Mann mit leeren Hosentaschen
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/ 29. April 2021

Die neuen EU-SILC Daten zu Haushaltseinkommen und Armut und soziale Eingliederung wurden am 29.04.2021 veröffentlicht. Die Einkommensdaten basieren auf 2019, der Beobachtungszeitraum zu Armut & soziale Eingliederung endete mit Juli 2020. Die Auswirkungen der Corona-Krise sind also bei den Einkommen noch nicht abzulesen. Die Zahlen zu Armut und soziale Eingliederung zeigen nur Auswirkungen zu Beginn der Krise. 

Trotzdem lassen sich ein paar Schlüsse ziehen: Sehr deutlich wird, dass die Einkommenskonzentration vor der Corona-Krise im obersten Zehntel zunahm. Die obersten 10 % der Haushalte konnten ihr äquivalisiertes Jahresnettoeinkommen 2019 im Vergleich zum Jahr 2018 um rund EUR 2.550 erhöhen. 

Inflationsbereinigt zeigen die relativen Zuwächse nach Einkommensgruppen des Jahres 2019 ein verschärftes Bild. Diese Entwicklung ist besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie besorgniserregend, da viele durch die Krise ihr Einkommen verloren und dieser Effekt in den vorliegenden Daten noch nicht berücksichtigt ist.

Die Daten zu Armut und soziale Eingliederung zeigen, dass vor allem Menschen, die mieten, stärker armutsgefährdet sind als andere. Die Zahl der Personen, die sich in einem sonstigen Mietverhältnis befinden, nahm 2020 im Vergleich zu 2019 um fast 50.000 Personen zu. Die nachstehende Abbildung zeigt die Armutsgefährdung nach verschiedenen Rechtsverhältnissen des Wohnraumes.

Menschen, die länger als 6 Monate erwerbstätig waren und trotzdem armutsgefährdet sind, werden von der EUROSTAT als „Working Poor“ definiert. Im Vergleich zum Jahr 2019 hat sich die Situation in Österreich bisher (Ende des Beobachtungszeitraumes: Juli 2020) vor allem für eingebürgerte Nicht-EU/EFTA Staatsbürger:innen und Staatsbürger:innen aus dem sonstigen Ausland verschärft. 

Grundsätzlich sagen diese Daten noch nicht viel zur aktuellen Situation, die stark durch die Corona-Krise bestimmt ist. Dennoch zeigen sie Handlungsbedarf auf: Die fortschreitende Einkommenskonzentration und steigende Armutsgefährdung von Mieter:innen sind nur zwei Bereiche, die durch eine gerechte Be- und Entlastung verschiedener Einkommensgruppen mehr Ausgleich braucht. 

 

Die Daten können unter den folgenden Links abgerufen werden:

  1. Haushaltseinkommen

  2. Armut und soziale Eingliederung

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