Geldtasche
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Alexander Huber

/ 7. Oktober 2020

Viele Menschen in Österreich haben das Gefühl, dass die Preise weit stärker steigen, als es die offizielle Inflationsrate ausweist. Wie die vorliegende Analyse zeigt, ist das keine subjektive Wahrnehmung, sondern eine wissenschaftliche Tatsache. Der höhere Konsum einkommensstarker Haushalte verzerrt die durchschnittliche Statistik in eine Richtung, welche die Lebensrealität vieler Haushalte nicht abbildet. Auf Basis der Konsumerhebung wurde die Verteilung der Inflationsrate über alle Haushalte daher genauer untersucht. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Teuerungsraten waren für verschiedene sozioökonomische Gruppen im Zeitraum 2016-2019 überaus unterschiedlich: Einkommensschwache Haushalte litten unter einer überdurchschnittlichen Teuerung, während Haushalte mit hohen Einkommen unterdurchschnittlich von Inflation betroffen waren. Insbesondere MieterInnen machte der starke Anstieg der Wohnungsmieten stark zu schaffen, während Besitzer von Wohneigentum mit einer wesentlich geringeren Inflationsrate konfrontiert waren. Städter spürten die Teuerung signifikant stärker als Menschen am Land. Frauen hatten mit einer leicht höheren Inflation zu kämpfen als Männer.

Daraus lassen sich folgende Handlungsempfehlungen ableiten:

  • Löhne und Gehälter oder staatliche Transferzahlungen etc. sollten sich stärker an gruppenspezifischen Inflationsraten orientieren, um reale Einkommensverluste tatsächlich auszugleichen
  • Die Statistik Austria sollte gruppenspezifische Inflationsraten berechnen und veröffentlichen
  • Zusätzlich zum Beschäftigungsverhältnis sollten im Rahmen der Konsumerhebung noch mehr Informationen über Branche, Arbeitszeit, etc. einfließen, um gruppenspezifische Inflationsraten nach Berufsgruppen errechnen zu können

 

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