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Babyboomer besitzen 47 Prozent des Vermögens in Österreich

Oliver Picek
15. Juni 2023
Babyboomer besitzen 47 Prozent des Vermögens in Österreich

In Österreich ist Vermögen sehr ungleich verteilt. Diese Entwicklung wird sich auch in Zukunft weiter verschärfen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Vermögen in Österreich, im Gegensatz zu Arbeit, kaum besteuert wird. Die Generation der Babyboomer besitzt 47,2 Prozent des Vermögens in Österreich, wie eine Analyse des Momentum Instituts von Daten der Österreichischen Nationalbank zeigt. 

Den größten Teil des Vermögens im Land besitzt die Generation der Babyboomer, also Menschen, die zwischen 1946 und 1964 geboren sind. Sie verfügen insgesamt über 47,2 Prozent, sprich rund 465 Milliarden Euro. Die Generation X – Jahrgänge 1965 bis 1980 – haben mit 32,3 Prozent rund 318 Milliarden Euro. 

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Die Silent Generation umfasst Menschen, die vor 1946 geboren sind. Sie besitzen mit 11,8 Prozent rund 116 Milliarden Euro. Menschen über 43 Jahre halten somit 91 Prozent – rund 799 Milliarden Euro – des gesamten Vermögens im Land. Millennials, also alle Jahrgänge nach 1980, besitzen lediglich 9 Prozent.  

1965 machten vermögensbezogene Steuern in Österreich noch 4 Prozent aus, heute sind es lediglich 1,5 Prozent. Das Aufkommen durch vermögensbezogene Steuern ist vergleichsweise niedrig, da entsprechende Steuern nach und nach abgeschafft wurden: 1993 wurde die Vermögenssteuer abgeschafft, das hat den Anteil am Steueraufkommen um fast ein Drittel reduziert. Weitere vermögensbezogene Steuern wurden ebenfalls abgeschafft: Gewerbekapitalsteuer (1986), Erbschaftssteueräquivalent (1993), Wertpapiersteuer (1995), Börsenumsatzsteuer (2000), Erbschafts- und Schenkungssteuer (2008), Gesellschaftssteuer (2016).

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Ohne Vermögens- und Erbschaftsteuern wird die Kluft zwischen Arm und Reich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in Österreich aufgehen. Wer ohne vermögenden Stammbaum aufwächst, erbt nichts. Wer mit reichen Eltern geboren wird, erhält mehrere Hundertausende Euro leistungsloses Einkommen in seinem Leben. Das bedroht den Zusammenhalt der Gesellschaft.

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