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Teuerung: Sinkende Erzeugerpreise kommen bei Verbrauchern noch nicht an

Oliver Picek
06. November 2023
Teuerung: Sinkende Erzeugerpreise kommen bei Verbrauchern noch nicht an

Über den Spätsommer hatte die Teuerung die Menschen in Österreich noch fest im Griff. Während die Preise für Verbraucher:innen auch im September 2023 noch weiter gestiegen sind, sinken die Produzentenpreise allerdings bereits seit Juli diesen Jahres, wie eine Auswertung des Momentum Instituts zeigt.

Seit Juli sinken aber bereits die Erzeugerpreise in der Industrie, im September 2023 zuletzt um -5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Beginn des russischen Angriffskriegs und die Energiepreiskrise ließen die industriellen Erzeugerpreise am Inlandsmarkt rasant ansteigen. Doch der steigende Kostendruck ist bereits vorüber. Die Preise, welche die Industrie für Vorleistungen (-1,4 Prozent) und Energie (-13,6 Prozent) verlangt, sinken bereits wieder. Der Preisschock lässt daher wieder nach, die verlangten Preise der Industrie ab Werk gehen zurück. Für die Verbraucher:innen ist die Teuerung jedoch noch nicht zu Ende. Im September haben die Verbraucherpreise um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zugelegt.  

Das ergibt eine Auswertung der industriellen Produzentenpreise und Verbraucherpreise auf Basis von Daten der Statistik Austria. Erzeugerpreise gelten als Vorlaufindikator für die weitere Entwicklung der Verbraucherpreise, die Konsument:innen künftig zahlen werden. Die untenstehende Grafik zeigt die prozentuelle Veränderung im Vergleich zum Monat im Vorjahr von Verbraucherpreisen nach dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) und den Erzeugerpreisen in der Industrie.

Der Kostendruck für die Industrie lässt in Österreich und ganz Europa nach. Bei den Verbraucher:innen kommen die fallenden Preise noch nicht an. Die Bundesregierung sollte jetzt sicherstellen, dass die sinkenden Produzentenpreise rascher an die Konsument:innen weitergegeben werden, gerade in der Energiebranche. Sie muss auch sicherstellen, dass der Wettbewerb ausreichend funktioniert. Dafür braucht die Bundeswettbewerbsbehörde mehr Kompetenzen und Eingriffsmöglichkeiten in die Märkte nach deutschem Vorbild, um abgesprochenen und unausgesprochenen Kartellen für von Unternehmen für höhere Preise entgegenzuwirken.

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