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Pensionserhöhung unter Inflation: Pensionist:innen verlieren 2027 Kaufkraft

Barbara Schuster
21. August 2026
Pensionserhöhung unter Inflation: Pensionist:innen verlieren 2027 Kaufkraft

Die Teuerung, die für die Pensionserhöhung 2027 maßgeblich ist, liegt bei 3,4 Prozent und ist damit höher als von der Bundesregierung angenommen. Die Regierung hat die Pensionserhöhung bereits darunter festgelegt. Pensionen bis 6.930 Euro steigen um 2,95 Prozent, darüber gibt es einen Fixbetrag von 204,44 Euro. Auch die Ausgleichszulagenrichtsätze werden mit 3,3 Prozent geringer erhöht als die Preise gestiegen sind.

Damit verlieren alle Pensionist:innen 2027 real an Kaufkraft. Das Momentum Institut empfiehlt deshalb, kleine und mittlere Pensionen bis 3.000 Euro brutto vollständig an die Teuerung anzupassen. Die zusätzlichen Kosten dafür liegen bei rund 110 Millionen Euro. Davon würden rund 1,86 Millionen Pensionistinnen und Pensionisten profitieren.

Die Bundesregierung war noch von einer maßgeblichen Teuerung von 3,3 Prozent ausgegangen. Tatsächlich beträgt die relevante Inflationsrate für den Zeitraum August 2025 bis Juli 2026 nun 3,4 Prozent. Damit wächst die Lücke zwischen Pensionserhöhung und Preisentwicklung.

Die Rechnung zeigt sich unmittelbar im Geldbörsel. Bei einer bisherigen Bruttopension von 1.000 Euro beträgt die Netto-Pensionserhöhung im kommenden Jahr aufs Gesamtjahr gerechnet rund 405 Euro. Gegenüber einem vollständigen Ausgleich der Teuerung fehlen jedoch 62 Euro netto. Bei einer Bruttopension von 2.000 Euro steigt die Nettopension im Jahr um rund 689 Euro, gleichzeitig fehlen 76 Euro auf den vollen Teuerungsausgleich. Bei 3.000 Euro brutto beträgt das Netto-Plus 968 Euro, der Kaufkraftverlust gegenüber der relevanten Inflation liegt bei 130 Euro.

Auch Bezieher:innen einer Ausgleichszulage sind betroffen. Ihre Richtsätze steigen um 3,3 Prozent. Bei 3,4 Prozent Teuerung bedeutet auch das einen leichten realen Verlust.

Für Gesamtpensionseinkommen über 6.930 Euro gilt ein Fixbetrag von 204,44 Euro monatlich. Je höher die Pension darüber liegt, desto größer fällt daher der prozentuale Abstand zur Teuerung aus.

Teuerung trifft kleine Pensionen besonders

Das Momentum Institut empfiehlt, Pensionen bis 3.000 Euro brutto um die vollen 3,4 Prozent zu erhöhen. Dafür müsste die beschlossene Anpassung für diese Gruppe um 0,45 Prozentpunkte angehoben werden. Die zusätzlichen Budgetkosten betragen rund 110 Millionen Euro.

Bei der Budgetsanierung muss man über Prioritäten reden. Mit 110 Millionen Euro könnte die Bundesregierung 1,86 Millionen Menschen mit kleinen und mittleren Pensionen vor einem realen Kaufkraftverlust schützen. Das ist gemessen am Bundesbudget wenig Geld, für die Betroffenen macht es einen großen Unterschied.

Die Gegenfinanzierung wäre mit einer stärkeren Beteiligung besonders profitabler Branchen möglich. Eine Nachbesserung bei der Bankenabgabe könnte den zusätzlichen Aufwand beispielsweise abdecken.

Gerade Menschen mit niedrigen und mittleren Pensionen geben einen großen Teil ihres Einkommens für laufende Ausgaben wie Wohnen, Energie und Lebensmittel aus. Steigen die Pensionen schwächer als die Preise, lässt sich dieser Verlust daher kaum durch geringeren Konsum auffangen. Bleibt die Erhöhung hinter der Teuerung zurück, ist das unterm Strich eine reale Kürzung.

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