BauarbeiterIn
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/ 1. Juli 2020

Die coronabedingten Schließungen sind großteils vorbei, die Arbeitslosigkeit bleibt jedoch extrem hoch. Insgesamt zählen wir mit Stand 1. Juli 463.505 Arbeitslose (inkl. SchulungsteilnehmerInnen), um 139.000 mehr als im Juni 2019. Der Zuwachs ist bei den Männern nur geringfügig höher als bei den Frauen und insgesamt immer noch weit über dem Höchstwert während der Finanzkrise.

Mit +106% ist der Zuwachs in Tirol am größten, doch auch in den am geringsten betroffenen Bundesländern Wien und Niederösterreich beträgt er +34%. Nach Sektoren betrachtet ist die Gastronomie trotz vollständiger Öffnung noch immer sowohl absolut als auch prozentuell Spitzenreiter, gefolgt von Verkehr mit +69% und Bau mit +53%.

Sowohl prozentuell als auch absolut verzeichnet die Altersgruppe von 25 bis 49 den höchsten Zuwachs an Arbeitslosen. Bei der Analyse nach Bildungsgrad zeigt sich, dass Lehrlinge prozentuell und Personen mit maximal Pflichtschulabschluss in absoluten Zahlen am stärksten betroffen sind. Weiters steigt die Arbeitslosigkeit bei AusländerInnen sowie Personen ohne gesundheitliche Einschränkungen mit +50%.

Die Zahl der "coronabedingten" Arbeitslosen geht zwar zurück, sie beträgt allerdings noch immer ca. 139.000 Personen. Auch bei Betrachtung der monatlichen Arbeitslosenquoten zeigt sich, dass wir noch 3,3 Prozentpunkte über dem Wert von 2019 liegen.

Anfangs glaubten viele an rasche Erholung, aber diese kommt nur schleppend voran. Maßnahmen der Regierung kommen am Arbeitsmarkt noch nicht an - die Auszahlungen im September sind zu klein und zu spät und es besteht Gefahr, dass uns ein Teil der Corona-Arbeitslosen dauerhaft erhalten bleibt.

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