Autor: Barbara Schuster

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EZB: Zinsregen für die Banken auf Kosten aller Sparenden

EZB: Zinsregen für die Banken auf Kosten aller Sparenden

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat gestern den Einlagenzins auf 2,5 Prozent angehoben. Das sind die Zinsen, die die EZB den Banken zahlt, wenn diese ihr Geld bei ihr parken. Während Geschäftsbanken selbst von der EZB aufgrund der Zinswende seit Juli 2022 hohe Zinsen für ihre Einlagen erhalten, geben sie diese kaum an ihre Kundschaft weiter. Das zeigt unsere Auswertung auf Basis von Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Die Folge: Während sich die Zinserträge der Banken und damit auch deren Gewinne vervielfacht haben, haben Sparende in Österreich nur wenig von der Hochzinsphase der letzten Jahre.
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Hohe Zinsen? Nicht für Sparende. Dieses Liniendiagramm des Momentum Instituts zeigt, dass die Banken die hohen Zinssätze der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht an die Sparenden weitergeben.
Hohe Zinsen? Nicht für Sparende.
Der Einlagenzinssatz für Banken bei der EZB stieg von Juli 2022 bis Mai 2024 von 0 auf 4 Prozent. Für die private Kundschaft (Haushalte keine Unternehmen) haben die heimischen Geschäftsbanken aber die täglich fälligen Einlagezinsen im selben Zeitraum lediglich auf 1,06 Prozent angepasst – eine Zinsschere in Höhe von 2,94 Prozentpunkten ging auf. Im Juli 2026 bekamen die Geschäftsbanken zuletzt noch 2,25 Prozent von der EZB, die Haushalte im Schnitt aber nur 0,43 Prozent von ihrer Bank (Zinsschere i.H.v. 1,82 Prozentpunkten). Eine hohe Zinsschere bringt den Banken Extra-Einnahmen in Milliardenhöhe. Die Banken profitieren von den hohen Zinsen für ihre täglich fälligen Einlagen bei der EZB, zahlen aber ihren eigenen Haushaltskund:innen nur niedrige Zinssätze auf deren Ersparnisse.
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Zukunftsdepot mit sozialer Schieflage: Nur die besserbezahlte Hälfte der Familien bekäme volle Steuersenkung

Zukunftsdepot mit sozialer Schieflage: Nur die besserbezahlte Hälfte der Familien bekäme volle Steuersenkung

Der Bundeskanzler hat ein „Zukunftsdepot“ mit Steuervorteilen vorgeschlagen: Jeder Haushalt kann 5.000 Euro pro Kind auf ein Depot bei einer Bank einzahlen, befreit von der Kapitalertragsteuer. Befüllen die heimischen Haushalte das Depot aus ihren laufenden Einkommen, kann im Mittel nur die besserbezahlte Hälfte der heimischen Familien den maximalen Steuervorteil nutzen.
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Pensionserhöhung unter Inflation: Pensionist:innen verlieren 2027 Kaufkraft

Pensionserhöhung unter Inflation: Pensionist:innen verlieren 2027 Kaufkraft

Die Teuerung, die für die Pensionserhöhung 2027 maßgeblich ist, liegt bei 3,4 Prozent und ist damit höher als von der Bundesregierung angenommen. Die Regierung hat die Pensionserhöhung bereits darunter festgelegt. Pensionen bis 6.930 Euro steigen um 2,95 Prozent, darüber gibt es einen Fixbetrag von 204,44 Euro. Auch die Ausgleichszulagenrichtsätze werden mit 3,3 Prozent geringer erhöht als die Preise gestiegen sind.
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Balkendiagramm des Momentum Instituts: Bei allgemeiner Pensionsanpassung unter der Inflation gibt es auch bei niedrigen Pensionen Kaufkraftverluste.
Bei allgemeiner Pensionsanpassung unter der Inflation gibt es auch bei niedrigen Pensionen Kaufkraftverluste
Die Bundesregierung war noch von einer maßgeblichen Teuerung von 3,3 Prozent ausgegangen. Tatsächlich beträgt die relevante Inflationsrate für den Zeitraum August 2025 bis Juli 2026 nun 3,4 Prozent. Damit wächst die Lücke zwischen Pensionserhöhung und Preisentwicklung. Die Rechnung zeigt sich unmittelbar im Geldbörsel. Bei einer bisherigen Bruttopension von 1.000 Euro beträgt die Netto-Pensionserhöhung im kommenden Jahr aufs Gesamtjahr gerechnet rund 405 Euro. Gegenüber einem vollständigen Ausgleich der Teuerung fehlen jedoch 62 Euro netto. Bei einer Bruttopension von 2.000 Euro steigt die Nettopension im Jahr um rund 689 Euro, gleichzeitig fehlen 76 Euro auf den vollen Teuerungsausgleich. Bei 3.000 Euro brutto beträgt das Netto-Plus 968 Euro, der Kaufkraftverlust gegenüber der relevanten Inflation liegt bei 130 Euro. Auch Bezieher:innen einer Ausgleichszulage sind betroffen. Ihre Richtsätze steigen um 3,3 Prozent. Bei 3,4 Prozent Teuerung bedeutet auch das einen leichten realen Verlust.
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Trend-Reichenliste: 1,3 Millionen Jahre sparen für Österreichs größtes Vermögen

Trend-Reichenliste: 1,3 Millionen Jahre sparen für Österreichs größtes Vermögen

Die neue Reichenliste des Magazins trend zeigt erneut Vermögen, die sich mit Arbeitseinkommen nicht annähernd aufholen lassen. Eine Person mit dem Median-Nettoeinkommen von unselbständig Beschäftigten (28.506 Euro netto pro Jahr) und unter der unrealistischen Annahme, das gesamte Nettoeinkommen sparen zu können, müsste für das größte Vermögen Österreichs 1,3 Millionen Jahren sparen. Das Gedankenexperiment stellt daher die absolute Untergrenze der benötigen Spardauer dar.
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Um heute das das Vermögen von Mark Mateschitz (37,5 Milliarden Euro) durch Erwerbsarbeit angespart zu haben, hätte das Sparen vor rund 1,3 Millionen Jahren beginnen müssen, für jenes der Familien Porsche und Piëch (31,0 Milliarden Euro) vor 1,1 Millionen Jahren.
Wie lange muss man für die größten Milliardenvermögen in Österreich sparen?
Um heute das Vermögen von Mark Mateschitz (37,5 Milliarden Euro) durch Erwerbsarbeit angespart zu haben, hätte das Sparen vor rund 1,3 Millionen Jahren beginnen müssen, für jenes der Familien Porsche und Piëch (31,0 Milliarden Euro) vor 1,1 Millionen Jahren.
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Österreich liegt bei vermögensbezogenen Steuern OECD-weit im hintersten Bereich. Während in Österreich 2024 nur 1 Prozent des gesamten Steueraufkommens aus vermögensbezogenen Steuern kommt, sind es im EU-Schnitt 3,4 Prozent. In Korea, den USA und Großbritannien machen vermögensbezogene Steuern hingegen mehr als 10 Prozent des gesamten Steueraufkommens aus.
Österreich bei vermögensbezogenen Steuern OECD-weit im hintersten Bereich
Laut OECD entfielen 2024 nur 1 Prozent der gesamten Steuereinnahmen auf vermögensbezogene Steuern; im EU-Schnitt waren es 3,4 Prozent. Österreich lag damit auf Platz 35 von 38 Staaten (nur Litauen, Tschechien und Estland liegen dahinter). Eine Erbschafts- oder Schenkungssteuer gibt es seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr, die Vermögensteuer wird seit 1994 nicht mehr eingehoben. Bei Immobilien fallen lediglich entsprechende Grunderwerbsteuern an und die Bemessungsgrundlage der Grundsteuer ist gänzlich aus der Zeit gefallen.
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Lohnnebenkosten-Kürzung: Welche Konzerne weniger Steuern zahlen

Lohnnebenkosten-Kürzung: Welche Konzerne weniger Steuern zahlen

Die Bundesregierung wird 2028 die Lohnnebenkosten für Unternehmen senken. Anhand der Bilanzen heimischer Konzerne lässt sich schätzen, wie viel weniger Steuern sie jährlich durch die Senkung bezahlen. Große Konzerne zählen zu den wenigen Gewinnern des Sparpakets.
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Heimische Konzerne gewinnen trotz Sparbudgets erneut. Mehr Gewinn nach Steuern durch weniger Lohnnebenkosten im Millionen Euro.
Heimische Konzerne gewinnen trotz Sparbudgets erneut
Die Bundesregierung wird 2028 die Lohnnebenkosten für Unternehmen senken. Schätzungen anhand der Bilanzen heimischer Konzerne zeigen, wie viel weniger Steuern sie jährlich durch die Senkung bezahlen. Das Ergebnis: Große Konzerne zählen zu den wenigen Gewinnern des Sparpakets. Am stärksten steigt der Gewinn nach Steuern durch die Lohnnebenkostensenkung für die ÖBB mit 12,2 Millionen Euro, weil die ÖBB einen hohen Anteil ihrer Mitarbeiter:innen im Inland beschäftigt (88 Prozent). Zweitgrößter Profiteur ist der Stahlproduzent voestalpine, der zukünftig 10,2 Millionen Euro weniger Abgaben leistet. Mit Billa (9,9 Mio. Euro) und Spar (8 Mio. Euro) zählen zwei große Lebensmittelketten mit vielen Beschäftigten zu den großen Gewinnern des Sparpakets. Die Erste Bank Group erspart sich ebenso einiges an Lohnnebenkosten mit 4,6 Millionen Euro, ebenso wie das Bauunternehmen STRABAG (4,1 Mio. Euro), die Österreichische Post AG (3,3 Mio. Euro), der Mineralölkonzern OMV (1,7 Mio. Euro) sowie der Maschinenbau-Konzern Andritz (1,6 Mio. Euro). Die Senkung der Lohnnebenkosten ab 2028 setzt eine Serie vergangener Senkungen verschiedener Lohnnebenkosten seit 2014 fort, von der die heimischen Großbetriebe bereits profitieren. Dadurch liegt ihr Abgabensatz bereits um 1,6 Prozentpunkte niedriger, wodurch dem Staatsbudget bereits heute rund 2,9 Milliarden Euro an Einnahmen pro Jahr entgehen. 
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Sparpaket macht ältere Beschäftigte für Betriebe teurer

Sparpaket macht ältere Beschäftigte für Betriebe teurer

Die Bundesregierung kürzt im Zuge des Sparpakets den Dienstgeber:innenbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) um einen Prozentpunkt, der ein Teil des Lohns von Beschäftigten ist. Das kostet den Staat pro Jahr zwei Milliarden Euro – mehr als ein Drittel des Sparbedarfs für 2027/28. Was als Entlastung für Betriebe verkauft wird, hat eine problematische Nebenwirkung: Bisher musste für Arbeitnehmer:innen über 60 Jahre kein FLAF-Beitrag geleistet werden, diese Befreiung fällt jedoch ab 2028. Nachdem der Beitragssatz in Zukunft für alle Beschäftigten die verminderten 2,7 Prozent beträgt, werden ältere Beschäftigte für Unternehmen teurer als bisher. Das zeigt eine Analyse des Momentum Instituts.
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Die Grafik vergleicht die Wirkung der geplanten Lohnnebenkosten-Reform auf Beschäftigte unter 60 Jahren und auf einen 63-jährigen Beschäftigten. Beide haben ein Bruttojahreseinkommen von 38.619 Euro. Bei Beschäftigten unter 60 sinkt das Superbrutto von 50.000 auf 49.614 Euro. Das entspricht einer Entlastung von 386 Euro. Bei einem 63-jährigen Beschäftigten steigt das Superbrutto von 46.841 auf 49.189 Euro. Das entspricht einer Verteuerung von 2.348 Euro. Die Grafik zeigt: Jüngere Beschäftigte werden für Unternehmen günstiger, ältere Beschäftigte teurer.
Regierung macht ältere Beschäftigte teurer
Ausgangspunkt für die Analyse ist ein Bruttojahreseinkommen von 38.619 Euro. Bei Beschäftigten unter 60 Jahren sinkt das sogenannte Superbrutto (Bruttoeinkommen plus Lohnnebenkosten) durch die Kürzung von 50.000 auf 49.614 Euro. Für Unternehmen bedeutet das 386 Euro weniger Lohnnebenkosten. Anders ist die Wirkung bei älteren Beschäftigten. Ein 63-jähriger Beschäftigter mit demselben Bruttoeinkommen kostet einen Betrieb derzeit 46.841 Euro. Nach der Umsetzung der Maßnahme steigt dieser Betrag auf 49.189 Euro. Das entspricht einer Verteuerung um 2.348 Euro. Der Grund: Für ältere Beschäftigte gelten bisher Befreiungen bei bestimmten Dienstgeber:innenbeiträgen. Diese Entlastung wird durch die geplante Umschichtung weitgehend zurückgenommen. Der Kostenvorteil von älteren Beschäftigten für Unternehmen schrumpft dadurch deutlich. Die Regierung will, dass Menschen länger arbeiten. Gleichzeitig macht sie ältere Beschäftigte für Betriebe teurer. Das ist arbeitsmarktpolitisch der falsche Anreiz.
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