Arbeit
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Der Rechner zur Arbeitslosigkeit

Jakob Sturn
31. Mai 2022
Der Rechner zur Arbeitslosigkeit

Aufgrund der guten Konjunktur geht die Zahl der Arbeitslosen momentan zurück. So waren im Mai 31.594 Personen weniger arbeitslos als im Mai 2019 vor der Corona-Krise. Dennoch: In den letzten zehn Jahre waren im Schnitt rund 7 von 100 Erwerbspersonen arbeitslos. Arbeitslosigkeit ist meistens ein Resultat von Umständen, auf die Arbeitslose kaum Einfluss haben. Der Arbeitslosen-Rechner des Momentum Instituts zeigt, welche Umstände das Risiko, arbeitslos zu werden, begünstigen und errechnet dir auf dieser Basis das individuelle Risiko, in nächster Zeit arbeitslos zu werden.

Hier geht’s zum Arbeitslosen-Rechner:

Fast alle arbeitslosen Menschen in Österreich wollen arbeiten: Rund 82 Prozent der Arbeitslosen suchen so schnell wie möglich wieder eine neue Beschäftigung. Finden sie keinen Job, sind sie oft einer gesellschaftlichen Stigmatisierung ausgesetzt. Der Status, den die Gesellschaft Arbeitslosen zuschreibt, spiegelt sich auch in der Selbstwahrnehmung von arbeitslosen Menschen wider. 6 von 10 Arbeitslosen haben das Gefühl, sie seien kein wertvoller Teil der Gesellschaft mehr. Knapp 60 Prozent aller Arbeitslosen schämen sich für ihre Arbeitslosigkeit und versuchen zu verheimlichen, dass sie arbeitslos sind. Das zeigt eine Studie vom SORA Institut im Auftrag des Momentum Instituts.

Woran liegt es also, dass Menschen arbeitslos sind, obwohl sie arbeiten wollen? Die Nachfrage nach Arbeitskräften hängt zu einem großen Teil von der allgemeinen wirtschaftlichen Situation ab. Gleichzeitig werden Jobs oft zu extrem niedrigen Löhnen oder schlechten Arbeitsbedingungen angeboten. Auch der Wohnort spielt eine Rolle: Bei der Anzahl an offenen Stellen gibt es teils enorme regionale Unterschiede.

Schlechter Gesundheitszustand erhöht Risiko, arbeitslos zu werden

Dazu kommen Faktoren wie etwa der Gesundheitszustand: Jene Menschen, die ihren Gesundheitszustand als sehr schlecht bezeichnen, haben ein um 30 Prozentpunkte höheres Risiko, arbeitslos zu werden als jene Menschen, die behaupten, es gehe ihnen gesundheitlich sehr gut. Wer aufgrund seines/ihres Gesundheitszustands im Alltag stark eingeschränkt ist, dessen Risiko erhöht sich um 17 Prozentpunkte gegenüber Personen, die keine Einschränkungen im Alltag erleben.

Je schlechter der Gesundheitszustand, desto höher das Risiko der Arbeitslosigkeit. Menschen, deren Alltag aufgrund ihres Gesundheitszustands stark eingeschränkt ist haben ein 17 Prozentpunkte höheres Risiko arbeitslos zu werden, als jene die keine Einschränkungen haben

Befristete Arbeitsverträge erhöhen Risiko

Wer nur einen befristeten Arbeitsvertrag besitzt, für den ist das Risiko, arbeitslos zu werden, um fast 12 Prozentpunkte höher als für Arbeitnehmer:innen mit unbefristetem Dienstvertrag. Ein Grund dafür: Personen mit einem befristeten Arbeitsvertrag müssen nicht extra und damit teuer gekündigt werden. Ihr Arbeitsverhältnis läuft einfach aus, ohne dass Arbeitgeber:innen die Kündigung begründen oder sich mit Betriebsrät:innen und dem AMS auseinandersetzen müssen.

Wer nur einen befristeten Arbeitsvertrag hat, hat ein 12 Prozentpunkte höheres Risiko arbeitslos zu werden, als Menschen mit unbefristetem Arbeitsvertrag.

Menschen mit Pflichtschulabschluss öfter von Arbeitslosigkeit betroffen

Je höher der Bildungsabschluss, desto geringer ist das Risiko arbeitslos zu sein. Personen mit einem Universitätsabschluss haben etwa ein um zwei Prozentpunkte geringeres Risiko, arbeitslos zu werden, als Menschen mit Matura als höchsten Abschluss. Zum Vergleich: Für jene, die nur eine Pflichtschulabschluss als höchsten Abschluss haben, ist das Risiko um fast sieben Prozentpunkte höher.

Das Risiko arbeitslos zu werden ist nicht für alle gleich. Je höher dein Bildungsstand, desto geringer ist dein Risiko arbeitslos zu werden. Personen mit Hochschulabschluss sind im Schnitt um fast 2 Prozentpunkte seltener arbeitslos als Menschen mit Matura als höchstem Bildungsabschluss
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