Schlagwort: Arbeitslosigkeit

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Lohnnebenkostensenkung: Mit Gegenfinanzierung drohen Arbeitsplatzverluste

Lohnnebenkostensenkung: Mit Gegenfinanzierung drohen Arbeitsplatzverluste

Für 2027 hat die Bundesregierung unter Budgetvorbehalt eine Lohnnebenkosten-Senkung vereinbart. Ohne Gegenfinanzierung wird sie zum Milliardengrab für das Budget, wie eine Auswertung des Momentum Instituts zeigt. Mit Gegenfinanzierung drohen aber netto Arbeitsplatzverluste (netto meint durch Lohnnebenkostenkürzung entstandene Arbeitsplätze abzüglich verlorener Arbeitsplätze durch Gegenfinanzierung). Denn Kürzungen bei anderen staatlichen Aktivitäten – weniger Wohnungsbau, weniger soziale Dienstleistungen – kosten mehr Jobs als eine Lohnnebenkostensenkung bringen würde. Angesichts des schleppenden Wirtschaftsaufschwungs mit weiterhin steigender Arbeitslosigkeit sollte die Bundesregierung ihr Geld effektiv einsetzen, empfiehlt das Momentum Institut.
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Wie der Staat mit einer Milliarde Euro die meisten Jobs schafft. Diese Grafik des Momentum Instituts zeigt geschaffene Jobs pro Milliarde Euro Investition/Lohnnebenkostenkürzung.
Wie der Staat mit einer Milliarde Euro die meisten Jobs schafft
In Österreich steigen die Arbeitslosenzahlen immer noch, weil der Konjunkturaufschwung bislang verhalten ausfällt. Abgabensenkungen nur für Unternehmen sind dagegen aber ineffektiv: Eine Senkung der Lohnnebenkosten um eine Milliarde Euro bringt lediglich 5.300 Jobs mehr. Mit dem Geld kann die Bundesregierung deutlich mehr herausholen: Setzt sie die gleiche Milliarde für mehr öffentlichen Konsum – sprich öffentliche Dienstleistungen bei Bildung, Gesundheit, Pflege oder Sozialem – ein, kann die Bundesregierung doppelt so viele Jobs schaffen (10.540 Stellen). Auch mehr Budget für aktive Arbeitsmarktpolitik – für das AMS, mehr Kurse für Arbeitssuchende, finanzielle Unterstützungen für Jobaufnahmen der Arbeitslosen – bringt mit 8.680 Jobs pro ausgegebener Milliarde Euro um mehr als 1,6-mal so viele Jobs wie eine Senkung der Lohnnebenleistungen. Fast genauso viele Arbeitsplätze (8.060) würde ein Bau-Konjunkturpaket in Milliardenhöhe schaffen, im Wohnbau oder im sonstigen Bau (Brücken, Tunnel, Straßen, Bahnlinien, Amtsgebäude, Sportstätten, usw.). Selbst staatliche oder private Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Software schaffen mehr Arbeitsplätze (6.820 Stellen pro Milliarde). Lediglich ein Kauf von Fahrzeugen und zusätzliche Exporte von Firmen schaffen weniger Jobs als eine Lohnnebenkostenkürzung. 
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Warum das Zuverdienst-Verbot für Arbeitslose schlecht begründet ist und Probleme macht

Warum das Zuverdienst-Verbot für Arbeitslose schlecht begründet ist und Probleme macht

Noch bis Ende des Jahres konnten Arbeitslose bis zu 551,10 Euro pro Monat zusätzlich zum Arbeitslosengeld verdienen. Da das oft niedrig ist, war das für viele Betroffene ein wichtiger Zuverdienst. Das hat sich jetzt geändert und bis auf wenige Ausnahmen ist kein Zuverdienst neben Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe mehr möglich.  
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Zu alt für den Job, zu jung für die Pension

Zu alt für den Job, zu jung für die Pension

67, 70 oder gar 75? Wenn es um das Pensionsantrittsalter geht, überbieten sich marktliberale Ökonominnen und Ökonomen regelmäßig mit immer neuen Rekorden. Dabei blenden sie aus, wie die Realität älterer Menschen am Arbeitsmarkt tatsächlich aussieht. Schon heute schaffen es viele nicht einmal bis zum derzeit bestehenden Antrittsalter. Die allermeisten davon, nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil sie nicht mehr können oder schlicht nicht gelassen werden.
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Pensionsreform ohne faire Jobchancen

Pensionsreform ohne faire Jobchancen

Die Bundesregierung will Altersteilzeit und Korridorpension beschränken. Das klingt zunächst vernünftig, um das Pensionssystem nachhaltig zu sichern. Doch ohne geeignete Maßnahmen am Arbeitsmarkt könnte diese Reform ein bestehendes Problem verschärfen: die Altersarbeitslosigkeit.
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Pensionsreform droht Altersarbeitslosigkeit zu befeuern

Pensionsreform droht Altersarbeitslosigkeit zu befeuern

Die geplante Einschränkung der Altersteilzeit und der Korridorpension können zu einer noch höheren Arbeitslosigkeit im Alter führen, wenn nicht auch die Betriebe in die Pflicht genommen werden, tatsächlich mehr ältere Arbeitnehmer:innen einzustellen.
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Je älter, umso weniger Chancen auf einen neuen Job. Arbeitslosenquote nach Alter.
Je älter, umso weniger Chancen auf einen neuen Job. Arbeitslosenquote nach Alter.
Im Mai 2025 liegt die Arbeitslosenquote von Frauen zwischen 50 und 54 Jahren bei 5,8 Prozent, und steigt danach mit zunehmendem Alter an. 58-jährige Frauen sind bereits zu 6,8 Prozent arbeitslos, 59-Jährige zu 7,7 Prozent. Kurz vor dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter ist sogar mehr als jede zehnte Frau arbeitslos (11 Prozent). Unter Männern ist die Arbeitslosenquote noch höher. Von noch 6,1 Prozent für 45–49-Jährige steigt die Quote bereits ab einem Alter von 55 Jahren deutlich an. 55-jährige Männer waren im Mai 2025 zu 7,1 Prozent arbeitslos, 59-Jährige zu 9,1 Prozent. Ab 60 Jahren ist mehr als jeder zehnte Mann arbeitslos. Mit 64 Jahren ist es bereits jeder siebente (15,6 Prozent). Männer und Frauen, die bereits in Pension sind oder die nicht als arbeitssuchend beim AMS gemeldet sind, wurden in den Zahlen nicht berücksichtigt.
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April 2025: Arbeitslosigkeit weiterhin deutlich über Vorjahresniveau

April 2025: Arbeitslosigkeit weiterhin deutlich über Vorjahresniveau

Auch im April ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich gestiegen. 392.600 Menschen sind aktuell auf Jobsuche, die Arbeitslosenquote beträgt 9,1 Prozent und liegt damit um 0,5 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Damit sind rund 24.800 mehr Menschen arbeitslos oder in Schulung gemeldet als im April 2024. Die offenen Stellen reduzierten sich und liegen nun bei rund 82.000. Aktuell kommen somit 4,8 Arbeitslose auf eine offene Stelle.
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Diese Grafik des Momentum Instituts zeigt, womit Arbeitslose auskommen müssen. Zu sehen ist das Arbeitslosengeld Österreichs im internationalen Vergleich. Angaben in Prozent des vorherigen Nettolohns.
Leistungen für Arbeitslose im internationalen Vergleich
Das österreichische Arbeitslosengeld ist im internationalen Vergleich ohnehin schon gering. Während frisch arbeitslos gemeldeten Personen etwa in Luxemburg, Dänemark, Belgien, den Niederlanden oder in Schweden eine Nettoersatzrate zwischen 72 und 89 Prozent zusteht, erhalten Personen in Österreich gerade einmal 55 Prozent. Im letzten Jahr fiel die Nettoersatzrate teilweise sogar unter die vorgesehen 55 Prozent. Denn das Arbeitslosengeld wird nicht nur vom unmittelbar letzten Monatseinkommen des letzten Jobs berechnet. Es werden auch weiter zurückliegende Monatsgehälter herangezogen. Einen Inflationsausgleich – wie bei Gehältern, Pensionen, oder anderen Sozialleistungen – gibt es dafür aber nicht. Im Schnitt liegt das durchschnittliche Arbeitslosengeld bei rund 1.100 Euro und damit mehr als 400 Euro unter der Armutsgefährdungsschwelle für Alleinlebende. Damit wird deutlich, dass das hiesige Arbeitslosengeld bei seiner eigentlichen Aufgabe versagt: der Existenzsicherung.
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Eine Grafik des Momentum Instituts, die zeigt, dass ein Drittel der Langzeitbeschäftigungslosen 50 Jahre und älter ist.
Ein Drittel der Langzeitbeschäftigungslosen ist 50 Jahre und älter
Die Langzeibeschäftigungslosigkeit steigt wieder deutlich. Die schleppende wirtschaftliche Lage wird in den nächsten Monaten etliche weitere Menschen in die (Langzeit-)Beschäftigungslosigkeit katapultieren. Derzeit ist mit rund 132.000 Langzeitbeschäftigungslosen knapp ein Drittel aller Erwerbsarbeitslosen seit über einem Jahr ohne Job.  Ein Drittel der Langzeitbeschäftigungslosen ist über 50 Jahre alt, ein Viertel älter als 55. Die letztverfügbaren AMS-Daten von März 2025 zeigen: Langzeitarbeitslose Frauen zwischen 55 und 59 Jahren sind durchschnittlich 326 Tage arbeitslos (Verweildauer), zwischen 60 und 64 Jahren sind es gar 400 Tage. Langzeitarbeitslose Männer zwischen 60 und 64 Jahren 538 Tage, also knapp eineinhalb Jahre.
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Falsche Debatte um Arbeitslosigkeit: Wir müssen Jobs schaffen statt Zuverdienste zu streichen

Falsche Debatte um Arbeitslosigkeit: Wir müssen Jobs schaffen statt Zuverdienste zu streichen

Wenn es um den Arbeitsmarkt geht, führen wir die falschen Diskussionen. Während die Arbeitslosigkeit steigt, haben Medien andere Interessen im Fokus. Momentum-Ökonomin Barbara Schuster kommentiert. 
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Arbeitslosigkeit bekämpfen statt Arbeitslose bestrafen

Arbeitslosigkeit bekämpfen statt Arbeitslose bestrafen

Die Regierungsklausur wäre eine wichtige Gelegenheit gewesen, die zunehmende Langzeitarbeitslosigkeit mit mutigen Reformen zu bekämpfen. Aktuell sind knapp 132.000 Menschen seit mehr als einem Jahr ohne Job – ein neuer Höchststand seit April 2022. Fast jede:r dritte Erwerbsarbeitslose gehört inzwischen zur Gruppe der Langzeitbeschäftigungslosen. Anstatt jedoch beherzt einzugreifen, setzt die Regierung erneut Maßnahmen, die zusätzliche Härten für Betroffene bedeuten.
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