Lieferando Essenszusteller Streik Lohnverhandlung
/ 15. Mai 2024

Am 15. Mai streiken Fahrradbot:innen erneut für eine angemessene Lohnanpassung. Denn das aktuelle Angebot der Arbeitgeberseite (5,8 Prozent)   liegt fast drei Prozentpunkte unter der rollierenden Inflation der Branche (8,7 Prozent). Seit mehr als zwei Jahren können die ohnehin bereits recht geringen Löhne in der Fahrradbot:innen-Branche nicht zur Teuerung aufholen. Während die Löhne im Mai 2024 im Vergleich zu Anfang 2020 um 15,5 Prozent gewachsen sind, stiegen die Preise im Schnitt um mehr als ein Viertel (25,3 Prozent) wie eine Berechnung des Momentum Instituts zeigt.

Fahradbot:innen: Köhne trotz Erhöhung unter der Inflation

Selbst wenn die Seite der Arbeitgeber:innen die moderate Forderung der Gewerkschaft Vida akzeptieren, werden die Preise im Laufe des Jahres 2024 wieder über das Niveau der Löhne steigen. Die vollständige Abgeltung der Inflation hält ohnehin nur kurz an. Bleiben die Arbeitgeber:innen bei ihrem aktuellen Angebot, holen die Löhne gar nicht zur Teuerung auf und der Kaufkraftverlust für die Arbeitnehmer:innen wird noch größer.

Entlohnung an der Armutsgrenze

Hat man das ‘Glück’ und wird als Fahrradbot:in überhaupt angestellt, fällt man in einen Kollektivvertrag, der am untersten Ende der KV-Mindestlöhne kratzt. Laut aktuellem Kollektivvertrag erhalten Bot:innen einen Bruttostundenlohn von 10 Euro. Bei einer Vollzeitbeschäftigung als Bot:in bleiben im Schnitt etwas über 1.400 Euro netto übrig und die Entlohnung liegt somit knapp an der Armutsgefährdungsschwelle. Der durchschnittliche prognostizierte Bruttostundenlohn 2024 für Vollzeitarbeit über alle Branchen hinweg liegt aber bei 28 Euro. (Annahme der WIFO-Prognose der Pro-Kopf-Lohn-Anpassung für 2024 in der Höhe von 7,8 Prozent). Der Abstand zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn von Bot:innen und dem der gesamten Wirtschaft ist somit mit 18 Euro größer als der Stundenlohn in der Branche mit 10 Euro selbst. Es ist also keineswegs verwunderlich, dass die Gewerkschaft hier hartnäckig auf eine Abgeltung der Inflation pocht und die Betroffenen in den Streik gehen.

Essen um 33 Prozent teuerer

Einzig nach den Pandemiejahren Ende 2020 und 2021, in denen die systemrelevante Arbeit der Essenslieferant:innen wichtiger denn je waren, wurden die Löhne angemessen angepasst. Die prognostizierten Preissteigerungen in der Gastronomie von Jänner 2020 bis März 2024 betragen 33,3 Prozent. Das Essen, das Bot:innen tagtäglich ausliefern, wird immer teurer, während ihr eigener Lohn auf der Strecke bleibt.

 

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