Das Bild zeigt Geld, aus dem Pflänzchen wachsen.
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/ 30. Juni 2021

Bedingt durch die Corona Pandemie sind die österreichischen Staatsschulden wieder gestiegen. Zuletzt belief sich der öffentliche Schuldenstand auf 87,4 % des BIP. Um zu beurteilen, wie nachhaltig die öffentlichen Finanzen aufgestellt sind, reicht eine alleinige Betrachtung des Schuldenstands allerdings nicht aus. Denn wie auch bei privaten Krediten, stehen den Staatsschulden konkrete Vermögenswerte, wie Schulen, Krankenhäuser, oder öffentliche Transportmittel gegenüber. Den Wert des öffentlichen Vermögens kann in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung abgelesen werden. Die aktuellsten Daten stammen aus dem Jahr 2019 bzw. im Fall von Grundstücken aus dem Jahr 2018. Seitdem sind aber besonders die Immobilienpreise stark gestiegen. Um eine Gegenüberstellung mit dem aktuellen Schuldenstand zu ermöglichen, wurden die Daten mithilfe des Häuserpreisindex für das 1. Quartal 2021 preisangepasst.

Das öffentliche Vermögen beläuft sich auf insgesamt 529 Milliarden Euro. Den größten Teil macht das sogenannte "produzierte Vermögen" aus, das in etwa mit dem Sachvermögen von Unternehmen vergleichbar ist. Darunter fallen zum größten Teil Immobilien und Infrastuktur im Staatsbesitz. Auch geistiges Eigentum und Maschinen zählen dazu. Der Staat hält aber auch Finanzvermögen im Wert von rund EUR 200 Milliarden. Der Großteil davon stammt aus Unternehmens- und Fondsbeteiligungen im Wert von rund EUR 84 Mrd. Schließlich besitzt der Staat auch noch Grundstücke in Wert von rund EUR 73 Mrd. Dieses Vermögen hat auch eine verteilungsökonomische Funktion, schließlich kann es gerade ärmere Haushalte für ihr fehlendes privates Vermögen kompensieren. Öffentliche Verkehrsmittel sorgen beispielsweise dafür, dass sich Haushalte keinen privaten PKW anschaffen müssen. 

Dem gegenüber stehen Verbindlichkeiten im Wert von 430 Milliarden. Aufgrund einer anderen Berechnungsweise liegt dieser Wert über dem Maastricht-Schuldenstand von EUR 327 Milliarden. In der Vermögensrechnung des Staates werden Forderungen und Verbindlichkeiten nicht zu Nominalwerten, sondern zu aktuellen Marktwerten bewertet sowie für den Maastricht-Schuldenstand irrelevante Verbindlichkeiten hinzugezählt. Insgesamt ergibt sich damit ein Nettovermögen von knappen 100 Milliarden Euro.

Staatsschulden so günstig wie noch nie

Dazu kommt, dass Österreich nach wie vor vom Negativzinsumfeld profitiert. Im ersten Quartal 2021 betrug die Rendite auf neu ausgegebene Staatsanleihen -0,33 %. Der Staat wird also weiterhin dafür bezahlt, wenn er Schulden aufnimmt. Damit ist jetzt die perfekte Zeit für Zukunftsinvestitionen, etwa in den Klimaschutz. 

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