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Steuertricks der Konzerne kosten uns Milliarden

Barbara Blaha
07. Februar 2023
Steuertricks der Konzerne kosten uns Milliarden

Während ArbeitnehmerInnen und kleine Selbstständige bereits seit Anfang des Jahres ihre Einkommenssteuer entrichten, verweigern große Unternehmen bis Mitte Februar ihren Steuerbeitrag. Rechnerisch haben große Konzerne aufs Jahr gerechnet bisher keine Steuern auf ihren Gewinn gezahlt.

International tätige Konzerne verschieben ihre Gewinne strategisch in jene Länder, wo kaum Steuern anfallen. Buchhaltungstricks wie dieser sind legal, reißt aber in jenen Ländern, in denen die Steuern gerechtfertigter Weise anfallen sollten, ein Loch in Milliardenhöhe in die Staatskasse. Österreich verlor auf diese Weise allein letztes Jahr 1,3 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Auf Dauer kommen uns die Steuertricks der Großkonzerne ganz schön teuer: Seit 2015 gingen uns knapp 8 Milliarden Euro flöten.

Weit reisen müssen die Gewinne übrigens nicht: Den Löwenanteil der verschobenen Profite parken Konzerne in europäischen Steuersümpfen wie der Schweiz, den Benelux-Staaten oder Irland.

Statt dem legalen Steuerraub einen Riegel vorzuschieben, arbeitet die Regierung in die andere Richtung. Sie senkte die Körperschaftssteuer, also die Steuer auf Unternehmensgewinne mit Jahresbeginn. Für das kommende Jahr wurde eine weitere Senkung bereits angekündigt. Im Vollausbau kostet uns das Steuerzuckerl für die größten Unternehmen des Landes eine knappe Milliarde Euro im Jahr. Kleine und mittlere Unternehmen haben von diesem Zuckerl wenig. 3 von 4 Euros aus der Körperschaftsteuer kommen von nur zwei Prozent der Unternehmen, den profitabelsten des Landes. Gleichzeitig greifen wir mit Energiekostenzuschuss in Höhe von sieben Milliarden Euro gerade besonders tief in die Tasche des Steuerzahlers um die Energierechnungen der Unternehmen zu subventionieren. Die Rechnung zahlen wir alle: 80 von 100 Steuer-Euros in Österreich kommen von den Arbeitnehmern und Konsumenten. Die verstecken ihre Einkünfte eben auch nicht auf Malta.

 

Der Gastkommentar erschien zunächst in der Tageszeitung “Kleine Zeitung”.

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