Schlagwort: Teuerung

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Teuerung mit Gewinn

Teuerung mit Gewinn

Wer tanken muss, kann schlecht verhandeln. Die Pflegekraft, deren Dienst vor dem ersten Bus beginnt, braucht ihr Auto. Aber wer heute sein Auto tankt, zahlt derzeit mehr als den Weg zur Arbeit. Er bezahlt die gestiegenen Aufschläge der Mineralölkonzerne. Und die treiben die Teuerung für alle nach oben, ob man ein Auto besitzt oder nicht. Die Teuerung liegt derzeit bei 3,6 Prozent. Allein 0,8 Prozentpunkte davon gehen auf die höhere Gewinnspanne der Mineralöl-Konzerne zurück. Das ist mehr als ein Fünftel der gesamten Teuerungsrate!
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Mindestpension und Mindestsicherung bleiben hinter Teuerung bei Grundbedürfnissen zurück

Mindestpension und Mindestsicherung bleiben hinter Teuerung bei Grundbedürfnissen zurück

Zum Tag der Armut am Samstag, den 17. Oktober, macht das Momentum Institut auf eine zunehmende Schieflage im Sozialsystem aufmerksam. Die Preise für essenzielle Güter wie Miete, Energie und Lebensmittel haben sich seit August 2021 stärker erhöht als die staatlichen Ausgleichszahlungen im Rahmen der Mindestpension für bedürftige Pensionist:innen sowie bei der Mindestsicherung. Eine neue Grafik zeigt, wie sich diese Diskrepanz über die Jahre aufgebaut hat.
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Die Preise für Grundbedürfnisse stiegen stärker als die Mindestpension und Mindestsicherung. Dieses Liniendiagramm des Momentum Instituts vergleicht die Entwicklung des Grundbedarfs-Index (in Orange) mit der Ausgleichszulage (in Braun) von August 2021 bis August 2026. Die orangene Linie zeigt durchgehenden Anstieg auf 35,0 Prozent, die braune Linie steigt stufenweise und erreicht 30,8 Prozent. Eine wachsende Lücke zwischen beiden Kurven verdeutlicht, dass staatliche Unterstützung nicht mit der Teuerung beim Wohnen, Energie und Lebensmitteln mithält. 
Die Preise für Grundbedürfnisse stiegen stärker als die Mindestpension und Mindestsicherung
Der Grundbedarfs-Index, der Wohnkosten, Energie und Lebensmittelpreise abbildet, ist zwischen August 2021 und August 2026 um 35 Prozent angestiegen. Die Ausgleichszulage hingegen hat die Regierung lediglich um 30,8 Prozent angepasst. Die daraus resultierende Lücke von 4,3 Prozentpunkten bedeutet für viele Menschen im Ruhestand mit Mindestpension oder mit ohnehin bereits einem minimalen Einkommen einen realen Kaufkraftverlust, der den Unterschied zwischen ausreichender Versorgung und prekärer Existenz ausmachen kann. Vor allem die Energiepreise sind für den starken Preissprung beim Grundbedarf verantwortlich: die Preise stiegen im Beobachtungszeitraum um 66,1 Prozent. 
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Liniendiagramm des Momentum Instituts mit dem Titel „Inflation bei Grundbedürfnissen stärker gestiegen als Löhne“. Gezeigt wird die Entwicklung von August 2019 bis August 2026, bezogen auf den Jahresdurchschnitt 2019. Bis August 2026 steigen die Energiepreise um 78,6 Prozent, die Mieten um 34,9 Prozent und die Lebensmittelpreise um 34,1 Prozent. Die allgemeine Preissteigerung beträgt 34,8 Prozent, die Löhne steigen um 33,7 Prozent und bleiben damit hinter der Inflation zurück. Besonders stark schwanken die Energiepreise, mit sprunghaften Anstiegen 2022 und Anfang 2025. Die übrigen Kurven steigen überwiegend gleichmäßiger.
Inflation bei Grundbedürfnissen stärker gestiegen als Löhne
Besonders die Preise für Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Energie, und Mieten stiegen rascher als die kollektivvertraglichen Löhne. In den vergangenen sieben Jahren legten die Löhne um 33,7 Prozent zu. Die Inflation bei Lebensmitteln (+34,1 Prozent) und Mieten (+34,9 Prozent) fiel allerdings noch höher aus. Besonders stark verteuerte sich Energie um 78,6 Prozent. Ein Inflationsausgleich in der Lohnrunde ist besonders wichtig für niedrige und mittlere Einkommen. Die Teuerung trifft sie stärker, weil sie anteilig von ihren Löhnen mehr für Grundbedürfnisse ausgeben müssen. 
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Säulendiagramm des Momentum Instituts: In den meisten Branchen der Herbstlohnrunde sind die Reallöhne, also die inflationsbereinigten Löhne, seit September 2019 leicht gesunken. Stand September 2026: Eisenbahn/ÖBB minus 1,8 Prozent, IT minus 1,6 Prozent, Handel minus 1,3 Prozent, Handwerk und Gewerbe minus 0,3 Prozent. Nur die Güterbeförderung verzeichnet ein Plus von 0,3 Prozent. Über alle Kollektivvertragsbranchen beträgt der Rückgang 0,9 Prozent; dieser Vergleichswert ist dunkelrosa hervorgehoben. Quelle: Statistik Austria, eigene Berechnung. Für Handel und Güterbeförderung wird jeweils der Durchschnitt von Angestellten und Arbeiter verwendet. Die Septemberinflation 2026 ist mit 3,6 Prozent laut WIFO-Schnellschätzung berücksichtigt.
Herbstlohnrunde: Reallöhne in den meisten verhandelnden Branchen seit 2019 leicht gesunken
In den großen verhandelnden Branchen haben die Löhne während Corona und zwei Kriegen (Ukraine, Iran) nicht mit der Teuerung Schritt gehalten. Am stärksten fallen die Löhne der Eisenbahner:innen mit einem Kaufkraftverlust von 1,8 Prozent zurück, gefolgt von der IT mit 1,6 Prozent und der größten verhandelnden Branche, dem Handel, mit 1,3 Prozent. Handwerk und Gewerbe verzeichnete nur einen leichten Realeinkommensverlust von 0,3 Prozent. Ein leichtes Reallohnplus gibt es bislang nur für die Güterbeförderung (LKW, Kleintransporte) mit 0,3 Prozent. Im österreichweiten Durchschnitt aller Branchen sank die Kaufkraft um 0,9 Prozent in den vergangenen sieben Jahren von September 2019 bis September 2026. Das zeigt ein Vergleich des Tariflohnindex der Statistik Austria mit der Inflation für jene verhandelnden Branchen mit einem Anteil von über einem Prozent an allen Beschäftigten.
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Herbstlohnrunde: KV-Löhne in vier von fünf Branchen niedriger als 2019

Herbstlohnrunde: KV-Löhne in vier von fünf Branchen niedriger als 2019

Bei der Eisenbahn haben KV-Mindestlöhne 1,8 Prozent weniger Kaufkraft als 2019. Auch IT und Handel haben die Teuerung der letzten Jahre nicht aufgeholt.
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Inflation: Margenerhöhungen der Mineralölkonzerne steigern Inflationsrate um 0,8 Prozentpunkte

Inflation: Margenerhöhungen der Mineralölkonzerne steigern Inflationsrate um 0,8 Prozentpunkte

Die Inflationsrate in Österreich ist im September auf 3,6 Prozent gestiegen, vor allem durch höhere Preise für Benzin, Diesel und Heizöl. Das Momentum Institut hat berechnet, dass alleine 0,8 Prozentpunkte der September-Inflationsrate durch die Margensteigerungen der Mineralölkonzerne bei Diesel, Benzin und Heizöl zustande kommen.
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Preis für Mineralölprodukte um bis zu 68 Prozent gestiegen. Eine Grafik des Momentum Institut. Dargestellt ist die Teuerung bei Benzin, Diesel und Heizöl seit Februar 2026. Der prognostizierte Preis für Benzin ist bis September 2026 um 30 Prozent, für Diesel um 45 Prozent und für Heizöl um 68 Prozent gestiegen.
Preis für Mineralölprodukte um bis zu 68 Prozent gestiegen
Die Preise für Mineralölprodukte sind in den letzten Monaten rasant gestiegen. In den letzten acht Monaten stieg der Preis für Heizöl um 68 Prozent, der Dieselpreis um 45 Prozent, und der Benzinpreis um 30 Prozent. Alle drei erreichten im Monatsdurchschnitt Höchstwerte seit Beginn des US-Iran-Kriegs.
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Inflation im September um 0,8 Prozentpunkte niedriger ohne erhöhte Preisaufschläge bei Mineralölprodukten. Eine Grafik des Momentum Institut. Dargestellt ist die Inflation mit und ohne den durch Aufschläge bei Sprit und Heizöl verursachten Preisanstieg. Die Inflation wäre zwischen -0,3 und -0,7 Prozentpunkte niedriger gelegen von März bis August.
Inflation: 0,8 Prozentpunkte niedriger ohne erhöhte Preisaufschläge
Allein 0,8 Prozentpunkte der September-Inflationsrate kommen durch die Margensteigerungen der Mineralölkonzerne bei Diesel, Benzin und Heizöl zustande. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar wäre die Inflationsrate ohne die höheren Preisaufschläge je nach Monat um 0,3 bis 0,7 Prozentpunkte niedriger gelegen. Mit 0,8 Prozentpunkten im September erreicht der Einfluss der Margen auf die Teuerung einen neuen monatlichen Rekord in diesem Jahr.
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Teuerung bei Schulwaren stärker gestiegen als Schulstartgeld
Teuerung bei Schulwaren stärker gestiegen als Schulstartgeld
Insgesamt sind die Schulwaren wie Hefte, Stifte, Rucksack, aber auch Leistungen wie Nachhilfe oder Mittagessen in der Schule deutlich stärker gestiegen als das Schulstartgeld. Allein seit dem Pandemiejahr 2020 sind die Kosten für ein Schulheft um fast das Doppelte gestiegen (plus 48 Prozent), für Bleistifte und Ringmappen ebenfalls um 46 bzw. 43 Prozent. Ein Mittagessen in der Schule sowie auch Nachhilfe sind seit der Covid-19-Pandemie um fast ein Drittel teurer geworden. Das Schulstartgeld ist im gleichen Zeitraum nur um 25 Prozent gestiegen.
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Schulstartgeld müsste um 41 Euro höher sein. Das Schulstartgeld sollte eigentlich 162 Euro pro Schüler:in betragen.
Schulstartgeld müsste um 41 Euro höher sein
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Schulstartgeld: Fehlende Inflationsanpassung befeuert Wertverlust

Schulstartgeld: Fehlende Inflationsanpassung befeuert Wertverlust

Knapp 900.500 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren erhalten das Schulstartgeld, das im August gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausgezahlt wird. Seit der Einführung 2011 wurden jährlich 100 Euro pro Kind ausbezahlt. 2023 wurde das Schulstartgeld endlich erstmals mit den Sozialleistungen valorisiert und wuchs bis 2025 mit der Teuerung mit. Im Vorjahr betrug das Schulstartgeld 121,40 Euro. Ab 2026 jedoch wurde dieser Mechanismus erneut ausgesetzt. Grund dafür sind die Sparmaßnahmen, die die Bundesregierung beschlossen hat: Sozial- und Familienleistungen werden für zwei Jahre (2026 & 2027) nicht an die Teuerung angepasst.
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