Nach den Rekordjahren 2022, 2023 und 2024 sinken die Gewinne der Landesenergieversorger 2025 erstmals wieder spürbar. Von einer Normalisierung kann aber noch lange keine Rede sein. Unsere Auswertung zeigt: Die neun Landesenergieversorger schreiben 2025 zusammen rund 2,0 Milliarden Euro Gewinn. Im Durchschnitt der vier Jahre vor der Energiekrise, also von 2018 bis 2021, lagen ihre Gewinne bei rund 1,0 Milliarden Euro. Damit bleiben für 2025 insgesamt 987 Millionen Euro Übergewinn übrig. Seit Beginn der Energiekrise haben die Landesversorger damit in nur vier Jahren insgesamt 4,4 Milliarden Euro Übergewinn eingenommen. Die Gewinne liegen also nicht nur in einzelnen Ausnahmejahren über dem Vorkrisenniveau. Sie bleiben über Jahre hinweg strukturell erhöht.
Die Gewinnspitzen der Rekordjahre flachen langsam ab, aber rund eine Milliarde Euro Übergewinn in einem einzigen Jahr ist keine Rückkehr zur Normalität. Das zeigt: Die Energiekrise wirkt für viele Versorger weiterhin wie ein Gewinnmotor.
Die höchsten Übergewinne verzeichnete 2025 die TIWAG mit 248 Millionen Euro über ihrem Vorkrisenniveau. Dahinter folgen die Kelag Kärnten mit 241 Millionen Euro und die EVN mit 205 Millionen Euro. Allein diese drei Versorger stehen damit für knapp 700 Millionen Euro Übergewinn – also für gut 70 Prozent des gesamten Übergewinns der Landesversorger im Jahr 2025.
Auch die Energie AG Oberösterreich (132 Millionen Euro), die Energie Steiermark (107 Millionen Euro), als auch die Salzburg AG und die illwerke vkw AG (jeweils 85 Millionen Euro), sowie das Schlusslicht Burgenland Energie AG (19 Millionen Euro) haben deutliche Übergewinne im Vergleich zum Vorkrisenzeitraum. Einzig die Wien Energie verzeichnet 2025 keine Übergewinne. Laut Geschäftsbericht sei das unter anderem auf höheren Aufwand durch den gänzlichen Ausstieg aus russischem Gas und Rückstellungen durch den Kauf eines Windparks zurückzuführen – das schmälert auf dem Papier die Gewinne, dennoch steigerte auch die Wien Energie ihren Umsatz.
Zwischen 2022 und 2025 erzielten die neun Landesversorger, OMV und Verbund zusammen Übergewinne von rund 12,1 Milliarden Euro. Über die aktuelle Übergewinnsteuer (Energiekrisenbeitrag) wurden davon bisher lediglich 0,9 Milliarden Euro, also 7,5 Prozent, abgeschöpft.
Die Zahlen zeigen: Die Rekordgewinne der Landesenergieversorger sind 2025 zwar niedriger als im Vorjahr, sie bleiben aber weit über dem Niveau vor der Krise. Für Haushalte und Unternehmen ist das schwer nachvollziehbar. Während Energiekosten weiterhin Budgets belasten, schreiben viele öffentliche oder öffentlich geprägte Energieunternehmen Jahr für Jahr hohe Zusatzgewinne. Wer mit kritischer Infrastruktur über Jahre Milliarden an Übergewinnen macht, kann nicht so tun, als wäre das ein normales Marktergebnis. Der Strommarkt braucht Regeln, die zuerst Haushalte und Betriebe entlasten – und nicht die Gewinnpolster der Versorger absichern.