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Fehlende Inflationsanpassung bei Familienleistungen trifft die Ärmsten am häufigsten

Nicolas Prinz
30. Juni 2026
Fehlende Inflationsanpassung bei Familienleistungen trifft die Ärmsten am häufigsten. Dieses Balkendiagramm des Momentum Instituts zeigt die Anzahl der betroffenen armutsgefährdeten Haushalte nach Budgetmaßnahme. Abgebildet sind folgende Maßnahmen: Streichung Anpassung Familienleistung an Inflation, Erhöhung Arbeitslosenversicherungsbeiträge für Geringbezahlte, Pensionsanpassung unter Inflation, Kürzung beim Familienbonus-Anspruch, Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage.

Am stärksten wirkt sich die erneute Aussetzung der Anpassung der Familienleistungen an die Inflation für 2028 auf armutsgefährdete Haushalte aus. Sie trifft rund 143.000 Haushalte, die – alle Personen im Haushalt zusammengerechnet – unter der Armutsgefährdungsschwelle leben. Die künftig höheren Beiträge zur Arbeitslosenversicherung für Geringbezahlte müssen rund 95.000 armutsgefährdete Personen in Zukunft stemmen. Die Bundesregierung erhöht die Pensionen unterhalb der Inflationsrate und trifft damit knapp 94.000 armutsgefährdete Haushalte. Die Kürzung beim Familienbonus wirkt sich auf knapp 10.400 Personen aus. Die Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage für Best- und Besserbezahlte hingegen hat keinerlei Konsequenzen für armutsgefährdete Haushalte. Weil zwei oder mehr Maßnahmen den gleichen armutsgefährdeten Haushalt treffen können, ist die Summe der Betroffenen aus den Einzelmaßnahmen (342.174) größer als die Gesamtzahl der betroffenen armutsgefährdeten Haushalte (287.531).

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