Kinderbetreuung im Home-Office
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/ 7. April 2020

Die geschlossenen Schulen sind für berufstätige Eltern ein Problem. Wer kümmert sich um die Kinder? Die Daten zeigen, dass die Schulschließungen bis zu 50% der Erwerbstätigen mit Kindern vor Probleme stellen. Für sie müssen angesichts des bereits aufgebrauchten Urlaubs und der nahenden Sommerferien dringend Lösungen gefunden werden.

Welche Haushalte sind besonders belastet?

Bei den besonders belasteten erwerbstätigen Alleinerziehenden haben 16,5% der Haushalte Kinder unter 6 Jahren und 46,4% der Haushalte Kinder unter 12 Jahren. Das sind 13.000 Haushalte (bzw. 0,4% der Gesamtbevölkerung) mit Kindern unter 6 Jahren und 36.000 Haushalte (bzw. 1,1% der Gesamtbevölkerung) mit Kindern unter 12 Jahren.

Bei den erwerbstätigen Paaren, wo beide einer Beschäftigung nachgehen, haben noch mehr Haushalte betreuungspflichtige Kinder. Mit 26,9% haben mehr als ein Viertel der erwerbstätigen Paare Kinder unter 6 Jahren und die Hälfte Kinder unter 12 Jahren. Das sind 184.000 erwerbstätige Haushalte (bzw. 8,3% der Gesamtbevölkerung) mit Kindern unter 6 Jahren und 320.000 erwerbstätige Haushalte (bzw. 15,4% der Gesamtbevölkerung) mit Kindern unter 12 Jahren.

Wo werden die Kinder betreut?

Von den mehr als eine halbe Million Kindern bis 6 Jahren wird fast jedes zweite Kind (263.000) in einer Krippe, in einem Kindergarten oder in der Vorschule betreut, knapp ein Fünftel (97.000) werden von Tagesmüttern bzw. von anderen Privatpersonen (entgeltlich als auch unentgeltlich) betreut und 2,7% (14.000) werden von Institutionen und von Privatpersonen betreut. Allerdings werden auch etwas weniger als ein Drittel (156.000) ausschließlich durch die Eltern betreut.

Bei den knapp eine halbe Million Kindern zwischen 6 und 12 Jahren werden 23,3% (114.000) ausschließlich in einem Hort bzw. in der Ganztagsschule betreut, knapp ein Viertel (119.000) ausschließlich durch Privatpersonen und Tagesmütter und ca. jedes Achte Kind (60.000) in Institutionen und von Tagesmütter bzw. Privatpersonen betreut. Fast 40% (196.000) werden nur von den Eltern betreut.

Die bisher vorgeschlagene “Lösung” der Regierung, die Kinder hin und wieder tageweise in Betreuung zu schicken, (und sich “dafür nicht zu schämen”), ist für zumindest für die Hälfte der Eltern auf lange Sicht schlicht nicht machbar. Sollten die Schulen tatsächlich Mitte Mai wieder aufsperren, haben berufstätige Eltern insgesamt 9 Wochen Kinderbetreuung privat geschultert. Die Betreuungslücke, die sie jetzt mit Urlaub etc. geschlossen haben, reißt im Sommer wieder auf. Besonders schwierig ist die Lage der Alleinerziehenden, sie können maximal 5 Wochen Betreuungslücke durch ihren Jahresurlaub abdecken.

Jetzt braucht es Lösungen für Erwerbstätige mit Betreuungspflichten

Zumindest für den Corona-Sommer 2020 und jedenfalls für jene ohne Home-Office-Option empfiehlt das Momentum Institut zusätzliche kostenfreie Betreuungsangebote und einen Rechtsanspruch auf Sonderurlaub für Menschen mit Betreuungspflichten.

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