Tag der Elementarbildung: Österreich investiert zu wenig in die Bildung der Jüngsten


Anlässlich des Internationalen Tags der Elementarbildung am 24. Jänner hat das Momentum Institut die Ausgaben für elementare Bildung im europäischen Vergleich analysiert. Die Analyse zeigt, dass Österreich für die Bildung und Betreuung der jüngsten Kinder deutlich weniger Geld in die Hand nimmt als viele andere europäische Länder.
Österreich gibt aktuell nur rund 0,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für die Elementarbildung aus. Damit liegt Österreich lediglich im EU-Durchschnitt, während andere Länder deutlich stärker in die frühkindliche Bildung investieren. Skandinavische Länder wie Finnland (1,2 Prozent), Schweden (1,6 Prozent) oder Island (1,7 Prozent) investieren mehr als doppelt so viel gemessen an ihrer Wirtschaftsleistung in die frühkindliche Bildung und Betreuung.
Auch ein Blick auf die Ausgaben pro Kind zeigt den Rückstand deutlich. Der OECD-Bericht Education at a Glance 2025 vergleicht, wie viel Länder pro Kind in der Elementarbildung ausgeben – gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. In Österreich entspricht dieser Wert rund 21 Prozent: Für jedes Kind im Kindergarten- oder Vorschulalter wird also etwa ein Fünftel dessen ausgegeben, was eine Person im Durchschnitt pro Jahr erwirtschaftet. Damit liegt Österreich unter dem EU-Durchschnitt.
In den skandinavischen Ländern fällt dieser Anteil deutlich höher aus. Finnland, Island und Norwegen investieren über ein Drittel der jährlichen Wirtschaftsleistung pro Kopf und Kind.
Dass Österreich bei der Elementarbildung hinterherhinkt, zeigt sich auch bei der Betreuungsquote für unter 3-Jährige. Während skandinavische Länder die Barcelona-Ziele seit Jahren deutlich übererfüllen, hat Österreich das EU-Ziel für 2020 – eine Betreuungsquote von 33 Prozent – erst mit jahrelanger Verzögerung im Jahr 2025 erreicht.
Vom nächsten Ziel für 2030, 45 Prozent der unter 3-Jährigen in formeller Betreuung, ist Österreich mit aktuell rund 35 Prozent weiterhin klar entfernt. Der schleppende Ausbau geht zulasten von Kindern, Eltern und insbesondere Frauen, deren Erwerbstätigkeit oft stark von verlässlicher Kinderbetreuung abhängt.
Neben dem flächendeckenden Ausbau von Einrichtungen, inklusive Öffnungszeiten, die mit Vollzeit-Erwerbstätigkeit vereinbar sind, braucht es vor allem eines: eine massive Personaloffensive. Diese wird jedoch nur gelingen, wenn die Arbeitsbedingungen in der Elementarbildung deutlich verbessert werden. Ausbildungsplätze allein reichen nicht.
Derzeit sind die Berufe in der Elementarbildung vergleichsweise schlecht bezahlt. Laut AMS-Berufsinformationssystem bekommen Elementarpädagog:innen zwischen 2.820 und 3.550 Euro brutto monatlich bezahlt, Kinderbetreuer:innen sogar nur 2.120 bis 2.690 Euro brutto. Kinderbetreuer:innen kommen damit netto auf rund 1.687 Euro monatlich (14-mal jährlich) – auf zwölf Monate umgerechnet liegt das Nettoeinkommen nur etwa 300 Euro über der Armutsgefährdungsschwelle.
Das Momentum Institut empfiehlt daher deutlich höhere öffentliche Investitionen in die Elementarbildung, bessere Betreuungsschlüssel sowie eine substanzielle Verbesserung der Löhne und Arbeitsbedingungen. Nur so können ausreichend Fachkräfte gewonnen und gehalten werden. Die Elementarbildung hat einen immensen Stellenwert für Kinder, Familien und die Gesellschaft insgesamt, das sollte sich auch in den Investitionen widerspiegeln.