Schwerpunkt: Arbeit

592 Treffer
Insolvenz-Entgelt-Fonds: Finanzierungslücke fair schließen

Insolvenz-Entgelt-Fonds: Finanzierungslücke fair schließen

Der Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) ist unter Druck. Unsere neue Analyse zeigt: Hätte die damalige Bundesregierung den Beitrag der Unternehmen zum Fonds 2022 nicht halbiert, wären heute deutlich mehr Reserven vorhanden. Um den Fonds langfristig abzusichern, präsentieren wir vier Ansatzpunkte.
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Balkendiagramm mit den Reserven des Insolvenz-Entgelt-Fonds von 2010 bis 2027. Bis 2021 steigen die Rücklagen auf 979 Millionen Euro. Nach der Halbierung des Unternehmensbeitrags im Jahr 2022 schrumpfen sie laut Prognose bis 2027 auf minus 160 Millionen Euro. Ein Vergleich zeigt: Ohne die Beitragssenkung wären die Reserven bis 2027 bei rund 728 Millionen Euro geblieben. Die Grafik verdeutlicht, dass die Senkung der Lohnnebenkosten den Fonds langfristig erheblich geschwächt hat.
Lohnnebenkostensenkung treibt Insolvenzentgeltfonds in die Pleite
Während die Reserven des Insolvenzentgeltfonds bis 2021 auf 979 Millionen Euro angewachsen waren, sinken sie nach der Beitragskürzung von Unternehmen 2022 kontinuierlich und werden laut Prognose 2027 mit 160 Millionen Euro im Minus liegen. Ohne die Senkung der Lohnnebenkosten wären die Reserven heute dagegen stabil geblieben: 2027 lägen noch rund 728 Millionen Euro im Fonds. Die Beitragskürzung hat den Insolvenz-Entgelt-Fonds somit um fast 900 Millionen Euro geschwächt und die heutige Finanzierungslücke wesentlich mitverursacht.
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Familienbonus-Kürzung straft selbst geringbezahlte Frauen in Vollzeit

Familienbonus-Kürzung straft selbst geringbezahlte Frauen in Vollzeit

Die Bundesregierung kürzt den Familienbonus. Es soll ein finanzieller Anreiz sein, damit Mütter (mehr) bezahlter Erwerbsarbeit nachgehen. Dabei straft die Kürzung des Familienbonus sogar jene Frauen, die bereits Vollzeit beschäftigt sind. Das löst keine Probleme, kommentiert Momentum-Ökonom Nicolas Prinz.
Verteilung
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Väterkarenz in Österreich: Lieber Papa, ein Sommer reicht nicht

Väterkarenz in Österreich: Lieber Papa, ein Sommer reicht nicht

Österreich hat eines der besten Elternkarenz-Systeme in Europa: lange Bezugszeiten, Kinderbetreuungsgeld, Papa-Monat, Partnerschaftsbonus – die Liste der Instrumente ist lang.
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Im Sommer steigt die Zahl der Väter in Karenz. Diese Grafik des Momentum Instituts zeigt die durchschnittliche Anzahl der Kinderbetreuungsgeldbezieher pro Monat (2008-2025).
Saisonale Muster bei Väterkarenz werden größer
Väter gehen besonders häufig im Sommer in Karenz. Die Betrachtung im Zeitverlauf bestätigt das saisonale Muster. Hinzukommt, dass immer mehr Männer in den Sommermonaten in Karenz gehen im Vergleich zu 2008. Das Momentum Institut empfiehlt daher bessere Anreize und Verpflichtungen für eine partnerschaftliche Aufteilung der Karenz. Etwa durch eine verpflichtende Väterkarenz und eine Arbeitswelt, in der Väterkarenz selbstverständlich ist. 
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Im Sommer steigt die Zahl der Väter in Karenz.
Im Sommer steigt die Zahl der Väter in Karenz
Auffällig ist, wann Väter Karenz nehmen. Daten des Sozialministeriums zu Kinderbetreuungsgeldbezieher:innen mit aufrechtem Dienstverhältnis zeigen ein klares Muster: Väter gehen besonders häufig im Sommer in Karenz. Von 2008 bis 2025 waren in den Monaten Juni, Juli und August im Schnitt rund 3.450 Väter in Karenz. Im Schnitt der übrigen Monate (September – Mai) waren es rund 2.800. Bei Müttern zeigt sich dieses Sommermuster nicht: Die Zahl der Mütter in Karenz ist in den Sommermonaten mit 73.560 Frauen mit Kinderbetreuungsgeld-Bezug etwas niedriger als den Rest des Jahres mit 74.700 Müttern. Im Juli ist der Männeranteil bei den Kinderbetreuungsgeldbezieher:innen mit aufrechtem Dienstverhältnis von 2008 bis 2025 am höchsten: Rund 3.620 Männer bzw. 4,9 Prozent sind im Juli in Karenz. Am unbeliebtesten sind Oktober, November und Dezember – im Schnitt sind es in diesen Monaten zwischen 2.590 und 2.760 Männern in Karenz bzw. zwischen 3,4 und 3,6 Prozent.
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Nur jeder 3. Vater geht nach dem Papa-Monat auch in Elternkarenz.
Nur jeder 3. Vater geht nach dem Papa-Monat auch in Elternkarenz
Auch der Papa-Monat (Familienzeitbonus) bleibt weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Nur 15 Prozent der Paare nutzen den Familienzeitbonus. Am wenigsten wird das Angebot in Vorarlberg genutzt, mit rund 13 Prozent der Partnerschaften, in denen ein Papa-Monat in Anspruch genommen wird. Am höchsten ist die Inanspruchnahme in Oberösterreich mit knapp 18 Prozent. Noch seltener folgt danach eine echte Väterkarenz: Nur 5 Prozent der Paare kombinieren Papa-Monat und eine Karenz des Vaters. Zwei Drittel der Väter, die den Papa-Monat nutzen, gehen nach dem Papa- Monat aber nicht in Elternkarenz. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede: In Oberösterreich nutzen zwar 18 Prozent der Paare den Papa-Monat, aber in zwei Drittel der Fälle gehen die Väter danach nicht in Elternkarenz. In Wien geht immerhin die Hälfte der Väter, die den Papa-Monat in Anspruch nehmen auch in Elternkarenz.   
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Nur knapp jedes fünfte Paar teilt sich die Karenzzeit in irgendeiner Form auf
Nur knapp jedes fünfte Paar teilt sich die Karenzzeit in irgendeiner Form auf
Nur knapp jedes fünfte Paar (17,8 Prozent) teilt sich die Karenzzeit in irgendeiner Form auf. In diesen Paaren unterbrechen lediglich 0,9 Prozent der Väter länger als 6 Monate ihre Erwerbstätigkeit während des Kinderbetreuungsgeldbezugs, 3 bis 6 Monate machen das 1,6 Prozent und unter 3 Monaten 10,6 Prozent der Väter.
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Nur jeder fünfte Vater geht in Karenz. Väterbeteiligung bei der Elternkarenz immer noch unter Vorkrisenniveau.
Nur jeder fünfte Vater geht in Karenz
Von einer fairen Aufteilung der Sorgearbeit zwischen Eltern ist Österreich weit entfernt. Nur jeder fünfte Vater nimmt Elternkarenz in Anspruch. Laut Wiedereinstiegsmonitoring 2025 lag der Männeranteil bei den zuvor überwiegend beschäftigten Kinderbetreuungsgeldbezieher:innen mit mindestens einem Monat Bezug im Jahr 2023 bei 18,8 Prozent. Damit liegt die Väterbeteiligung weiterhin unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Damals waren es 19,3 Prozent. Den bisherigen Höchstwert gab es 2017 mit rund 20 Prozent. Während der Krisenjahre ging die Beteiligung deutlich zurück, 2021 lag sie nur noch bei 16,6 Prozent. Seither steigt die Väterbeteiligung wieder langsam an, insgesamt bleibt sie aber gerin. 
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Väterbeteiligung bei der Elternkarenz im Bundesländervergleich. Diese Österreichkarte des Momentum Instituts zeigt, dass die Beteiligung der Väter in Wien mit 24,5 Prozent am höchsten ist, in Kärnten mit 12,5 Prozent am niedrigsten.
Väterbeteiligung bei der Elternkarenz im Bundesländervergleich
Besonders groß sind die Unterschiede bei der Väterkarenz zwischen den Bundesländern. In Wien war 2023 fast jede vierte zuvor überwiegend beschäftigte Person mit Kinderbetreuungsgeldbezug ein Vater. In Tirol und Kärnten waren es nur knapp 13 Prozent, im Burgenland sogar nur knapp 11 Prozent. 
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Vatertag 2026: Väterkarenz bleibt Ausnahme, Sommerkarenz der Usus

Vatertag 2026: Väterkarenz bleibt Ausnahme, Sommerkarenz der Usus

Zum Vatertag am Sonntag (14. Juni) hat das Momentum Institut ausgewertet, wie es um die Karenzbeteiligung und das Papamonat von Vätern in Österreich steht. Das Ergebnis: Von einer fairen Aufteilung der Sorgearbeit zwischen Eltern ist Österreich weit entfernt. Nur jeder fünfte Vater nimmt Elternkarenz in Anspruch. Viele Väter bleiben außerdem nur kurz zuhause und auffällig oft in den Sommermonaten. Auch im Bundesländervergleich zeigt die Analyse erhebliche Unterschiede.
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Das angebliche Bürokratiemonster

Das angebliche Bürokratiemonster

Die Debatte über die EU-Lohntransparenzrichtlinie erinnert an jemanden, der drei Jahre lang weiß, wann eine Aufgabe fällig ist, und eine Woche vor der Deadline plötzlich empört fragt, woher diese Aufgabe kommt.
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full