Käsespätzle in Pfanne
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/ 16. Juni 2020

Entlastung ist fix - aber von wem?

Eine Senkung der Umsatzsteuer führt zu Entlastungen – wer aber entlastet wird ist der entscheidende Punkt für die erwartbaren Effekte. In Österreich wurde die Unterstützung der Unternehmungen in diesen Bereichen durch Entlastungen von bis zu EUR 900 Mio. zum Ziel erklärt. Während Unternehmen dieselben Preise verlangen können, müssen sie also weniger USt abführen. Das erhöht die Spanne je Produkt und Dienstleistung. Dagegen ist in Deutschland die „Stärkung der Binnennachfrage“ das erklärte Ziel. Das heißt, dass KonsumentInnen dadurch günstiger einkaufen können sollen. Inwiefern dieser Effekt erreicht werden kann hängt natürlich davon ab, ob Unternehmen die Steuersenkung weitergeben. Dazu gibt es bereits Erfahrungen aus Frankreich, Finnland und Großbritannien.

Effekte von Umsatzsteuersenkungen in verschiedenen Ländern

In Frankreich wurde die Umsatzsteuer im Jahr 2009 für Restaurants dauerhaft gesenkt. Davon profitiert haben von den Gruppen UnternehmerInnen, ArbeitnehmerInnen, LieferantInnen und KonsumentInnen letztere mit nur 13,6% am zweitwenigsten – mehr als 55% der Senkung hatten UnternehmerInnen einbehalten, ArbeitnehmerInnen erhielten einen Anteil von 18,6% und LieferantInnen 12,1%. In Großbritannien wurde mit der 13-monatigen USt-Senkung um 2,5% versucht, die Privatausgaben nach der Finanzkrise zu erhöhen. Der Effekt: Anfangs wurden Preise gesenkt und der Handel konnte ein Verkaufsplus verzeichnen. Später stiegen die Preise wieder und nach den 13 Monaten registrierte der Handel einen Verkaufseinbruch. Der Anstieg der Handelsverkäufe am Beginn der Umsatzsteuersenkung rührt also von vorgezogenen statt zusätzlichen Käufen. In Finnland wurde die Umsatzsteuer für Friseursalons von 22% auf 8% gesenkt. Damit vergünstigten sich Friseurbesuche zwar – hätten Salonbetreiber die gesamte Entlastung an ihre KundInnen weitergegeben, hätten Preise jedoch fast doppelt so stark sinken müssen. Stattdessen stiegen Profite Ersterer signifikant.

Fazit

Zur Stärkung der Nachfrage ist eine Umsatzsteuersenkung vermutlich nicht der richtige Weg, um eine Entlastung der Unternehmen zu erreichen schon eher. Dabei bleibt die Frage, ob Unternehmen nicht zielsicherer und schneller geholfen werden kann und was eine Entlastung für diese Gruppe bringt, wenn der Anreiz überhaupt aufzusperren wegen der fehlenden Nachfrage schwach ist.

 

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