Abstiegskampf: Warum der Wirtschaftseinbruch in Österreich im europäischen Vergleich so stark war

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/ 12. März 2021

Es ist nicht nur der Tourismus. Das ist die Grundaussage des neuen Policy Briefs von Oliver Picek und Alexander Huber. Der überdurchschnittliche Wirtschaftseinbruch Österreichs im vierten Quartal, aber auch im gesamten Jahr 2020 lässt sich nämlich nur zum Teil durch den vergleichsweise hohen Anteil des Tourismus am österreichischen Bruttoinlandsprodukt erklären. Besseres Pandemiemanagement - vor allem im Sommer und Frühherbst - hätte den Einbruch nämlich deutlich abgedämpft. Um 6,6% brach Österreichs Wirtschaft im Jahr 2020 ein, nur sieben der 28 betrachteten europäischen Länder weisen noch schlechtere Zahlen auf. 

Zwar ist der Tourismusanteil an der gesamten Wertschöpfung in Österreich mit 5,7% im europäischen Vergleich sehr hoch. Das allein reicht jedoch nicht als Erklärung für den überdurchschnittlichen Wachstumseinbruch. Vielmehr sind es auch die Strenge und Konsequenz der Pandemiebekämpfungsmaßnahmen, die Anzahl der Lockdown-Tage, oder die Entwicklung der Corona-Todeszahlen, welche sich signifikant auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken. Hätte Österreich sein Pandemiemanagement lediglich so betrieben wie der europäische Durchschnitt, hätte uns dies 2,4 Milliarden Euro weniger gekostet.

Das Missmanagement in den Sommermonaten und im Frühherbst hat wesentlich zu den verheerenden Konjunkturzahlen im vierten Quartal beigetragen. So hat Österreich in den letzten drei Monaten des Jahres 59 Tage im weichen oder harten Lockdown verbracht. Der überdurchschnittliche Wirtschaftseinbruch im vierten Quartal lässt sich zu 46% auf das Pandemiemanagement zurückführen. Lediglich 29% trug der hohe Tourismusanteil bei.

Wie sich diese Zahlen errechnen und wieso andere europäische Länder wirtschaftlich besser durch das Krisenjahr gekommen sind gibt es im neuen Policy Brief von Oliver Picek und Alexander Huber nachzulesen!

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