Archiv: Beiträge

1981 Treffer
Hitzetage explodieren: 5-mal so viele wie noch in den 50ern

Hitzetage explodieren: 5-mal so viele wie noch in den 50ern

Mit voraussichtlichen Tageshöchstwerten von 35 Grad Celsius ist am Freitag der heißeste Tag des Jahres bisher. Doch dieses Einzelereignis steht für einen langfristigen Trend: Die Zahl der Hitzetage in Wien hat sich seit Mitte der 1950er-Jahre mehr als verfünffacht, während Eis- und Kältetage zunehmend seltener werden. Besonders besorgniserregend: Österreich heizt sich rascher auf als andere europäische Staaten und übertrifft zudem den durchschnittlichen globalen Temperaturanstieg.
Klima
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Temperaturbedingte Todesfälle in Österreich. Dieses gestapelte Balkendiagramm des Momentum Instuts zeigt: Mit steigender Erderwärmung von 1,5 °C bis 4 °C nehmen Hitzetote stark zu (636 → 3.454), während Kältetote abnehmen (3.742 → 2.846). Insgesamt steigen die temperaturbedingten Todesfälle von 4.378 (1991–2020) auf 6.300 bei 4 °C Erwärmung. 
Temperaturbedingte Todesfälle in Österreich
Die Zahl der Hitzetage in Österreich steigt seit Jahren deutlich an, mit spürbaren Folgen für Gesundheit und Lebensqualität. Besonders ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit Vorerkrankungen sind durch anhaltende Hitzeperioden gefährdet. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass extreme Temperaturen längst kein Zukunftsszenario mehr sind, sondern bereits heute eine zunehmende Belastung für die Bevölkerung darstellen. Studien prognostizieren, dass mit jeder weiteren Erwärmung die Zahl der hitzebedingten Todesfälle deutlich zunimmt: Während zwischen 1991 und 2020 durchschnittlich 636 Menschen pro Jahr an den Folgen von Hitze starben, könnte sich diese Zahl bei einer globalen Erwärmung von vier Grad auf mehr als 3.400 Todesfälle jährlich erhöhen. Die steigende Zahl an Hitzetagen ist nicht nur eine Frage des Wetters, sondern eine Herausforderung für die öffentliche Gesundheit.
Klima
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Fünfmal so viele Hitzetage wie in den 1950ern. Diese Grafik des Momentum Instituts zeigt für Wien einen starken Anstieg der Hitzetage (über 30 °C) von durchschnittlich 6 Tagen pro Jahr in den 1950ern auf 30 Tage in den 2020ern, während die Zahl der Eistage (unter 0 °C) von 24 auf 5 zurückging. 
Fünfmal so viele Hitzetage wie in den 1950ern
Die historische Entwicklung zeigt eindeutig: Die mittlere Anzahl an Hitzetagen zwischen 1955 und 1959 lag in Wien noch bei lediglich sechs Tagen pro Jahr, im Zeitraum von 1990 bis 2000 stieg dieser Wert bereits auf 15 Tage an. Zwischen 2010 und 2020 verdoppelte sich die Quote erneut auf durchschnittlich 28 Hitzetage pro Jahr. Für das laufende Jahrzehnt zeichnet sich ein neuer Höchstwert ab. Bisher liegen uns Daten bis einschließlich 2025 vor – und schon jetzt sehen wir im Schnitt an 30 Tagen pro Jahr Temperaturen über 30 Grad. 2025 waren es in der Inneren Stadt in Wien gar 37 Hitzetage. 
Klima
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Sommertemperatur in den letzten 25 Jahren 5-mal so stark gestiegen wie in den 150 Jahren davor. Diese Infografik des Momentum Instituts zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Juli-Temperaturen in Österreich von 1850 bis 2025. Dargestellt ist ein rot eingefärbtes Flächendiagramm mit den Durchschnittstemperaturen für verschiedene Zeiträume. Nach leichten Schwankungen bis Mitte des 20. Jahrhunderts steigen die Temperaturen ab den späten 1970er-Jahren deutlich an. Quelle: GeoSphere Austria, eigene Berechnung.
Sommertemperatur in den letzten 25 Jahren 5-mal so stark gestiegen wie in den 150 Jahren davor
Sämtliche Bundesländer verzeichnen eine markante Erhitzung seit dem Zeitraum 1850-1875, darunter Wien (+3,1 °C auf 22,7 °C), Burgenland (+3,2 °C auf 22,2 °C), Niederösterreich (+2,9 °C auf 20,2 °C), Oberösterreich (+2,7 °C auf 19,0 °C), Salzburg (+2,6 °C auf 14,7 °C), Kärnten (+2,7 °C auf 16,8 °C), Steiermark (+2,9 °C auf 17,7 °C), Tirol (+2,4 °C auf 13,0 °C) und Vorarlberg (+2,3 °C auf 15,1 °C). Die Daten zeigen, dass die Erhitzung alle Regionen Österreichs erfasst und sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts deutlich beschleunigt. Das ist selbst für Europa sowie sogar im Vergleich zum globalen Temperaturanstieg überdurchschnittlich: Die durchschnittliche Jahrestemperatur über den europäischen Landflächen war im letzten Jahrzehnt 2,12 - 2,19 °C höher als in der vorindustriellen Zeit, global gesehen waren es 1,54 °C. Europa hat sich in den letzten Jahrzehnten schneller erhitzt als jeder andere Kontinent.
Klima
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Höchststand bei Armutsgefährdung von Mietenden. Dieses Liniendiagramm des Momentum Instituts zeigt die Armutsgefährdungsquote von Menschen in Eigentum und Miete zwischen 2019 und 2025 in Prozent. Bei Mieter:innen steigt die Quote von 20,6 Prozent im Jahr 2019 auf den Höchststand von 26,2 Prozent im Jahr 2025. Dazwischen liegt sie bei 22,5 Prozent 2020, 24,2 Prozent 2021, 23,6 Prozent 2022, 25,3 Prozent 2023 und 23,0 Prozent 2024. Bei Eigentümer:innen bleibt die Quote deutlich niedriger und verändert sich nur geringfügig von 8,8 auf 9,2 Prozent. 2025 sind Mieter:innen damit fast dreimal so häufig armutsgefährdet wie Eigentümer:innen.
Höchststand bei Armutsgefährdung von Mietenden
Wohnen wird in Österreich für immer mehr Menschen zur finanziellen Belastungsprobe. Im Jahr 2025 waren 26,2 Prozent der Menschen in Mietwohnungen armutsgefährdet. 2019 waren es noch 20,6 Prozent. Damit ist inzwischen mehr als jede vierte mietende Person betroffen. Bei Menschen, die im Eigentum leben, stieg die Armutsgefährdungsquote im selben Zeitraum nur leicht von 8,8 auf 9,2 Prozent. Mieter:innen sind damit fast dreimal so häufig armutsgefährdet wie Eigentümer:innen. Der Abstand zwischen den beiden Gruppen ist seit 2019 deutlich größer geworden.
Verteilung
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Wohnkosten: Mehr als jede vierte mietende Person armutsgefährdet

Wohnkosten: Mehr als jede vierte mietende Person armutsgefährdet

Die Armutsgefährdung nach Sozialleistungen von Mieter:innen hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Gleichzeitig empfinden immer mehr Haushalte ihre Wohnkosten als starke Belastung. Das Momentum Institut empfiehlt einen wirksameren Mietpreisdeckel, mehr leistbaren Wohnraum und einen besseren Schutz von Mietenden.
Verteilung
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Väterkarenz in Österreich: Lieber Papa, ein Sommer reicht nicht

Väterkarenz in Österreich: Lieber Papa, ein Sommer reicht nicht

Österreich hat eines der besten Elternkarenz-Systeme in Europa: lange Bezugszeiten, Kinderbetreuungsgeld, Papa-Monat, Partnerschaftsbonus – die Liste der Instrumente ist lang.
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Doppelbudget: Vertrauen wird mitgekürzt

Doppelbudget: Vertrauen wird mitgekürzt

Rund um die Budgetdiskussion stellen wir derzeit die falschen Fragen. Wir fragen uns, ob genug gekürzt wurde. Dabei ist die viel wichtigere Frage, bei wem.
Verteilung
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Im Sommer steigt die Zahl der Väter in Karenz. Diese Grafik des Momentum Instituts zeigt die durchschnittliche Anzahl der Kinderbetreuungsgeldbezieher pro Monat (2008-2025).
Saisonale Muster bei Väterkarenz werden größer
Väter gehen besonders häufig im Sommer in Karenz. Die Betrachtung im Zeitverlauf bestätigt das saisonale Muster. Hinzukommt, dass immer mehr Männer in den Sommermonaten in Karenz gehen im Vergleich zu 2008. Das Momentum Institut empfiehlt daher bessere Anreize und Verpflichtungen für eine partnerschaftliche Aufteilung der Karenz. Etwa durch eine verpflichtende Väterkarenz und eine Arbeitswelt, in der Väterkarenz selbstverständlich ist. 
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Im Sommer steigt die Zahl der Väter in Karenz.
Im Sommer steigt die Zahl der Väter in Karenz
Auffällig ist, wann Väter Karenz nehmen. Daten des Sozialministeriums zu Kinderbetreuungsgeldbezieher:innen mit aufrechtem Dienstverhältnis zeigen ein klares Muster: Väter gehen besonders häufig im Sommer in Karenz. Von 2008 bis 2025 waren in den Monaten Juni, Juli und August im Schnitt rund 3.450 Väter in Karenz. Im Schnitt der übrigen Monate (September – Mai) waren es rund 2.800. Bei Müttern zeigt sich dieses Sommermuster nicht: Die Zahl der Mütter in Karenz ist in den Sommermonaten mit 73.560 Frauen mit Kinderbetreuungsgeld-Bezug etwas niedriger als den Rest des Jahres mit 74.700 Müttern. Im Juli ist der Männeranteil bei den Kinderbetreuungsgeldbezieher:innen mit aufrechtem Dienstverhältnis von 2008 bis 2025 am höchsten: Rund 3.620 Männer bzw. 4,9 Prozent sind im Juli in Karenz. Am unbeliebtesten sind Oktober, November und Dezember – im Schnitt sind es in diesen Monaten zwischen 2.590 und 2.760 Männern in Karenz bzw. zwischen 3,4 und 3,6 Prozent.
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Nur jeder 3. Vater geht nach dem Papa-Monat auch in Elternkarenz.
Nur jeder 3. Vater geht nach dem Papa-Monat auch in Elternkarenz
Auch der Papa-Monat (Familienzeitbonus) bleibt weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Nur 15 Prozent der Paare nutzen den Familienzeitbonus. Am wenigsten wird das Angebot in Vorarlberg genutzt, mit rund 13 Prozent der Partnerschaften, in denen ein Papa-Monat in Anspruch genommen wird. Am höchsten ist die Inanspruchnahme in Oberösterreich mit knapp 18 Prozent. Noch seltener folgt danach eine echte Väterkarenz: Nur 5 Prozent der Paare kombinieren Papa-Monat und eine Karenz des Vaters. Zwei Drittel der Väter, die den Papa-Monat nutzen, gehen nach dem Papa- Monat aber nicht in Elternkarenz. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede: In Oberösterreich nutzen zwar 18 Prozent der Paare den Papa-Monat, aber in zwei Drittel der Fälle gehen die Väter danach nicht in Elternkarenz. In Wien geht immerhin die Hälfte der Väter, die den Papa-Monat in Anspruch nehmen auch in Elternkarenz.   
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Nur knapp jedes fünfte Paar teilt sich die Karenzzeit in irgendeiner Form auf
Nur knapp jedes fünfte Paar teilt sich die Karenzzeit in irgendeiner Form auf
Nur knapp jedes fünfte Paar (17,8 Prozent) teilt sich die Karenzzeit in irgendeiner Form auf. In diesen Paaren unterbrechen lediglich 0,9 Prozent der Väter länger als 6 Monate ihre Erwerbstätigkeit während des Kinderbetreuungsgeldbezugs, 3 bis 6 Monate machen das 1,6 Prozent und unter 3 Monaten 10,6 Prozent der Väter.
Arbeit
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full