Klima
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Spritpreisbremse: Regierung bekämpft nur Symptome statt Ursachen

Paul Steinmaßl
01. Mai 2026
Spritpreisbremse: Regierung bekämpft nur Symptome statt Ursachen

Preisbremsen und Steuersenkungen entlasten kurzfristig, lösen aber nicht das Problem. Österreich braucht Maßnahmen, die fossilen Energieverbrauch senken – etwa Einschränkungen für Kurzstreckenflüge und ein Verbot von Privatjet-Flügen. 

Die Bundesregierung setzt in der Energiekrise bisher vor allem auf Preiseingriffe. Das kann kurzfristig helfen, Haushalte und Unternehmen zu entlasten. Doch es löst nicht das Grundproblem: Österreich bleibt abhängig von Öl, Gas und Kerosin. Wer nur Preise drückt, aber den Verbrauch nicht senkt, verschiebt die Energiekrise in die Zukunft. Leistbare Energie ist wichtig. Aber billiger fossiler Verbrauch ist keine Strategie für Versorgungssicherheit und Klimaschutz. 

Wie eine unserer Analysen bereits zeigte: Viele Staaten setzen in der aktuellen Energiekrise vor allem auf Preismaßnahmen wie Steuersenkungen oder Preisdeckel. Maßnahmen, die den Energieverbrauch tatsächlich reduzieren, bleiben deutlich seltener. Auch Österreich reiht sich in dieses Muster ein: Die Politik greift bei den Preisen ein, spart aber kaum Energie. 

Energiefresser Kurzstreckenflüge

Ein naheliegender erster Schritt wären Einschränkungen für Kurzstrecken- sowie Inlandsflügen und Privatjets. Denn gerade dort gibt es großes Einsparpotenzial. Unsere aktuelle Analyse zeigt: Von den 20 meistgeflogenen Kurzstreckenverbindungen aus Österreich unter 1.000 Kilometern haben 87 Prozent bereits eine Nachtzug-Alternative. Insgesamt entfallen auf diese 20 Strecken jährlich 56.210 Kurzstreckenflüge. Für 48.910 davon besteht eine Nachtzugverbindung. 9.490 Verbindungen wären mit dem Zug in unter sechs Stunden erreichbar.

Es ist absurd, Haushalte zum Energiesparen aufzurufen, während vermeidbare Kurzstreckenflüge und Privatjets weiterlaufen wie bisher. Wenn es eine gute Bahnverbindung gibt, braucht es keine fossile Parallelstruktur in der Luft. 

Auch bei Inlandsflügen zeigt sich das Einsparpotenzial deutlich. Flüge innerhalb Österreichs verbrauchen laut Analyse rund 7,2 Millionen Liter Kerosin pro Jahr. Den größten Anteil macht die Strecke Wien–Innsbruck mit 4,1 Millionen Litern aus, gefolgt von Wien–Klagenfurt mit 2,1 Millionen Litern und Wien–Graz mit rund einer Million Litern. 

Empfehlenswert wäre daher ein Verbot von Inlandsflügen in Österreich, Einschränkungen für Kurzstreckenflüge ins Ausland, wenn brauchbare Bahnverbindungen bestehen, sowie ein EU-weites Verbot von Privatjetflügen. Für solche Maßnahmen gibt es auch Rückhalt in der Bevölkerung: In unserer Umfrage aus dem Jahr 2024 sprachen sich 68 Prozent für ein EU-weites Verbot von Privatjetflügen aus. 52 Prozent befürworteten ein Verbot von Kurzstreckenflügen unter 1.000 Kilometern. Über den Flugverkehr hinaus empfiehlt die Denkfabrik die gezielte Unterstützung für einkommensschwache Haushalte vor allem Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energien. Dazu zählen niedrigere Tempolimits, der Ausbau und die Verbilligung öffentlicher Verkehrsmittel sowie verbindliche Energiesparprogramme.

Billiger Sprit mag kurzfristig beruhigen. Langfristig hält er uns aber in genau jener fossilen Abhängigkeit fest, die Energiekrisen immer wieder auslöst. Österreich muss raus aus der Logik: Hauptsache, fossiler Verbrauch bleibt leistbar. Entscheidend ist, dass wir weniger Öl, Gas und Kerosin brauchen.

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