Masken auf Wäscheleine_Corona
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/ 8. Juli 2021

Vor 500 Tagen, am 25.2.2020, wurde in Österreich erstmals eine Person positiv auf das Coronavirus getestet. Seitdem sind hierzulande über 10.000 Menschen in Verbindung mit Corona verstorben, Überlebende haben vielfach noch mit Langzeitfolgen (Long Covid) zu kämpfen. Die Gesundheitskrise hat auch eine beispiellose Wirtschaftskrise ausgelöst. In Österreich schrumpfte die reale Wirtschaftsleistung im Vorjahr um 6,3 Prozent und die Arbeitslosigkeit lag zuletzt immer noch fast 20 Prozent über dem Wert vor der Krise. Nach der Entspannung der gesundheitlichen Situation in den letzten Wochen und den weitreichenden Öffnungsschritten lässt sich nun erstmals ein Art Krisenbilanz ziehen. Im Vergleich mit 37 OECD-Ländern schneidet Österreich dabei nur mittelmäßig ab.

Erste Corona-Krisenbilanz: Covid Misery Index

Als Maßzahl berechnet das Momentum Institut den "Covid Misery Index", welcher Auskunft über das durch die Coronakrise verursachte Elend in den einzelnen Ländern gibt. Der Index setzt sich dabei aus zwei gesundheitlichen (Infizierte, Todesfälle) und zwei wirtschaftlichen (Wachstumseinbruch, Arbeitslosigkeit) Komponenten zusammen. Die einzelnen Länder erhalten in der Folge eine Note zwischen eins und fünf, wobei jene mit Beurteilung eins gut und jene mit Beurteilung fünf vergleichsweise schlecht abschneiden.

Der Covid Misery Index berücksichtigt je zwei gesundheitliche und wirtschaftliche Variablen. Insgesamt schnitt Österreich mit einer Note von 3,03 schlechter ab als der Großteil der OECD-Länder.

Österreich unter OECD-Durchschnitt

Am besten schneiden Südkorea, Neuseeland und Australien ab. Diese Länder verfolgten bislang allesamt eine Strategie der Niedriginzidenzen (auch bekannt als Zero-Covid Strategie). Dies ermöglichte bereits früh weitreichende Öffnungsschritte, die wirtschaftlichen Folgen hielten sich dadurch in Grenzen. Die Erfolge dieser Länder stehen in starkem Kontrast zur in Europa vielfach vertretenen Ansicht, bei den Corona-Maßnahmen ginge es stets um ein Abwägen gesundheitlicher und wirtschaftlicher Interessen. Mit einer Note von 3,03 schneidet Österreich schlechter ab als der OECD-Durchschnitt. Getrieben ist dies vor allem von der schlechten Entwicklung in den Bereichen Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt.

Vergleicht man die Zahlen aus dem ersten Quartal 2021 mit jenen aus dem Vorkrisenjahr 2019, schrumpfte Österreichs Wirtschaft seither um 7,5 Prozent. Nur vier Länder schnitten noch schlechter ab. Auch die Arbeitslosigkeit liegt in Österreich trotz Kurzarbeit noch immer fast 20 Prozent über dem Vergleichswert aus dem Jahr 2019. 

Wege aus der Corona-Krise

Dementsprechend schwierig gestaltet sich auch die Rückkehr auf den Vorkrisenwachstumspfad des Bruttoinlandsproduktes. Prognosen der OECD und der heimischen Forschungsinstitute WIFO und IHS ergeben, dass die wirtschaftliche Erholung in Österreich vergleichsweise langsam vorangeht. Die Rückkehr zum Vorkrisenniveau des Bruttoinlandsproduktes wird demnach erst Mitte 2022 erfolgen. Die USA haben dieses Niveau dank massiver Konjunkturprogramme bereits im Frühjahr wieder erreicht. An den Vorkrisenwachstumspfad wird die österreichische Wirtschaft frühestens 2023 wieder anschließen können.

Für einen Weg aus der Krise, der auch den Vielen zugutekommt, empfiehlt das Momentum Institut folgende Maßnahmen:

  • Gerechte Verteilung der Krisenkosten durch Erhöhung der Körperschaftssteuer oder Corona-Gewinnsteuer
  • Nutzen des günstigen Zinsumfeldes für expansive fiskalpolitische Maßnahmen
  • Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent und Hereinnahme von Ein-Personen-Unternehmen (EPU) in die Arbeitslosenversicherung
  • Ausbau des öffentlichen Sektors in den Bereichen Klima, Pflege, Justiz und Bildung. 

 

Den Policy Brief zu 500 Tagen Corona in Österreich und eine detaillierte Beschreibung der vorgeschlagenen Maßnahmen gibt es hier zum Download:

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