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/ 22. April 2020

Unser Steuersystem ist weit entfernt von Progressivität

Wer bezahlt die Krisenkosten, wenn wir in unserem Steuersystem nichts ändern? Durch die Wirkung von indirekten Steuern wie der Mehrwertsteuer haben wir real fast eine Flat Tax (Einheitssteuersatz). Das heißt, dass jeder und jede denselben Steuersatz für das besteuerte Gut oder eine besteuerte Dienstleistung zahlt. Die Mehrwertsteuer ist ein Beispiel: Alle zahlen 20% auf einen Bleistift, der Milliardär wie auch die alleinerziehende Mutter. Solche Steuern verringern das Gewicht von anderen, gestaffelten Steuern, bei denen jene mehr abgeben, die zum Beispiel mehr verdienen (progressive Lohnsteuer) wenn es um die gesamte Steuerlast geht. Dass nun trotz progressiven Teilen unseres Steuersystems Menschen mit höheren Einkommen insgesamt prozentuell kaum mehr beitragen, zeigt die nachstehende Grafik sehr deutlich.

Das bedeutet, dass der Grundsatz jedes modernen progressiven Steuersystems für Österreich einfach nicht zutrifft: Menschen mit höheren Einkommen zahlen hierzulande keine höhere Steuersätze, obwohl sie finanziell mehr zum Gemeinwesen beitragen können. 

Außerdem: Kaum Steuern auf extrem ungleich verteiltes Vermögen

Zusätzlich machen Steuern auf Vermögenserträge selbst bei den obersten Einkommenszehnteln nur einen verschwindend geringen Anteil aus. Dabei ist Vermögen in Österreich extrem ungleich verteilt, wie @matschnetzer wunderschön visualisiert hat.

Das muss nicht so bleiben

Die Krisenkosten werden, sofern kein Umdenken geschieht, also von der breiten Masse der Nicht-Vermögenden und Nicht-SpitzenverdienerInnen getragen werden. Und das ohne einen größeren Beitrag jener, die sich's leisten können, weil unser Steuersystem sie nicht stärker belastet. 

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