Zu sehen ist die Spitze des Wolkenkratzers, in dem sich die Europäische Zentralbank befindet. Dort wurde kürzlich die Zinswende eingeläutet.
/ 6. Juni 2024

Bei ihrer letzten Sitzung am 6. Juni hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinswende eingeläutet – womöglich aber zu spät. Kritiker:innen werfen der EZB vor, dass sie die Zinsen zu erst langsam gegen die Inflation erhöht hat und sie nun zu zögerlich senkt. Die Leitzinsen wurden um 0,25 Prozentpunkte gesenkt, möglich gewesen wären 0,5 Prozentpunkte. Die Inflation ist wieder zurück auf einem normalen Level nahe der angestrebten zwei Prozent. 

Unnötig hohe Zinsen richten großen Schaden in Europas Wirtschaft an. Das Wachstum in der Eurozone und vor allem in Österreich bleibt unter seinem Potenzial. Die hohen Zinsen wirken auch noch einige Zeit nach und dämpfen die Wirtschaftsleistung. Rasche Zinssenkungen können den Zustand der europäischen Wirtschaft verbessern und mehr Wachstum zurückbringen.

Österreich zahlt hohen Preis für hohe Zinsen  

In Österreich spüren wir die hohen EZB-Zinsen enorm, die Wirtschaft verharrt nun schon ein Jahr lang in der Rezession. Im Wohnbau wird kaum mehr gebaut, weil Kredite für Wohnungen und Häuser mit hohen Zinsen für die meisten Menschen unleistbar geworden sind. Auch die Unternehmensinsolvenzen steigen rasant. 

Anhaltend hohe Zinsen sind eine hohe Belastung für Unternehmen, die ihre Kredite abbezahlen. Unternehmen investieren deshalb auch weniger in neue Anlagen und Fabriken, wodurch die Arbeitslosigkeit steigt. Hierzulande sind mit Anfang Juni um knapp 10 Prozent mehr Menschen als im Vorjahr arbeitslos.

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