Temporäre Kündigungen
/ 5. April 2022

Eine teure Praxis manch österreichischer Betriebe ist die „Kündigung auf Zeit“. Sie kündigen bei etwas niedriger Auslastung sofort Mitarbeiter:innen, nur um sie Tage, Wochen oder Monate später wieder zurück zu rufen. So arbeitende Unternehmen hängen der Allgemeinheit ihre Personalkosten um. Sie nutzen gezielt die Existenz einer staatlichen Absicherung während der Arbeitslosigkeit aus. Ohne das Arbeitslosengeld müssten sie ihren Beschäftigten einen höheren Lohn zahlen, damit diese das ganze Jahr über davon leben können. Eines von vier einstellenden Unternehmen setzt auf Kündigungen auf Zeit. Zusammen verursachen sie ein Achtel der gesamten Arbeitslosigkeit. Jeder siebte neue Job ist eine Wiedereinstellung beim selben Unternehmen.

Durch die dafür anfallenden Leistungen der Arbeitslosenversicherung kommt es zu Mehrkosten für das Bundesbudget bis zu einer halben Milliarde Euro im Jahr. Dazu kommen entgangene Sozialversicherungsbeiträge für die öffentliche Hand sowie Einkommensverluste der 220.000 betroffenen Beschäftigten. Abhilfe schaffen könnte ein Bewertungssystem in der Arbeitslosenversicherung. Arbeitgeber, die häufig kündigen, erhalten eine schlechtere Wertung. Aufgrund dessen müssten sie höhere Versicherungsbeiträge für ihre Arbeiter:innen einzahlen. Durch eine einmonatige Übernahme des Arbeitslosengelds nach der Kündigung lassen sich bereits bis zu einem Viertel der Kosten durch die verursachenden Unternehmen decken.

Den gesamten Policy Brief zum Thema temporäre Kündigungen findet ihr hier zum Download:

 

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