Mann springt von Geldstapel
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  Lisa Hanzl

/ 8. Februar 2021

Jedes Jahr entgehen dem österreichischen Staat Körperschaftssteuereinnahmen von international tätigen Konzernen. Diese verschieben einen Teil ihrer Gewinne in „Steuersümpfe“ mit niedrigen Steuersätzen und senken damit künstlich ihre heimischen Steuerzahlungen. Im Jahr 2020 waren es rund 734 Millionen Euro, die durch legale Steuerverschiebungstricks an Körperschaftssteuereinnahmen fehlen. Der coronabedingte Wirtschaftseinbruch lässt die Schätzung jedoch unsicherer als sonst ausfallen. Gerade für die Zeit nach der Krise wird jedoch die Frage nach einem fairen Beitrag aller in Österreich tätigen Unternehmen umso relevanter. Ein erster Schritt hin zu mehr Transparenz kann die verpflichtende länderweise Zuordnung und Veröffentlichung von Umsatz-, Gewinn-, und Beschäftigtenzahlen für jeden Konzern sein (Country-by-Country Reporting).

Tørsløv, Wier & Zucman (2020) schätzen die Höhe der verlorenen Einnahmen durch Unternehmenssteuern für 2015 bis 2017 auch für Österreich.  Von den fast EUR 1 Mrd. Verlust an Steuereinnahmen aus dem Jahr 2017 ist der Großteil an Steueroasen innerhalb der EU geflossen, das sind Länder wie Luxemburg, Irland oder die Niederlande. Auch die Schweiz spielt als Nicht-EU-Land eine bedeutende Rolle. Unter der Annahme, dass die Höhe der verschobenen Gewinne proportional mit der Höhe der Körperschaftssteuereinnahmen steigt, lassen sich die Steuerverluste bis ins Jahr 2020 fortschreiben. In den vergangenen sechs Jahren haben sich Unternehmen kumuliert über EUR 5 Mrd. gespart, die sie nicht an Steuern in Österreich bezahlt haben.

Antworten wie und warum genau Konzerne Steuern vermeiden gibt es im vollständigen Policy Brief hier zum Download:

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