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Volle Pensionsanpassung für kleine Pensionen unabdingbar

Miriam Frauenlob
21. Mai 2026
Volle Pensionsanpassung für kleine Pensionen unabdingbar

Die Bundesregierung hat die Pensionsanpassung für 2027 bekannt gegeben. Das Momentum Institut hat berechnet, wer brutto wie viel Pensionsanpassung bekommt, und wie viel zum vollen Ausgleich der Teuerung fehlt. Es bräuchte einen vollen Inflationsausgleich für alle Pensionist:innen, zumindest aber müssen kleine und mittlere Pensionen unter 3.000 Euro vollumfänglich angepasst werden.

Die Bundesregierung erhöht die Pensionen um 2,95 Prozent und damit unter der voraussichtlichen Teuerung von 3,3 Prozent. Eine Ausnahme sind die „Mindestpensionist:innen“ mit Ausgleichszulage. Sie erhalten 3,3 Prozent und damit den vollen Teuerungsausgleich. Das betrifft rund 190.000 Personen bzw. jede 13. Pensionist:in, darunter mehr Frauen als Männer. Menschen mit sehr hohen Pensionen (über der Höchstbeitragsgrundlage von 6.930 Euro monatlich) erhalten einen Fixbetrag von 204,44 Euro. Das betrifft weniger als 11.000 Personen. Sie erhalten damit weniger als 2,95 Prozent – umso höher die Pension, umso geringer fällt die prozentuelle Anpassung aus. Damit enthält die Pensionsanpassung eine geringfügige soziale Staffelung.

Ein voller Inflationsausgleich wäre möglich gewesen, die Regierung hätte nicht auf den Rücken von Pensionierten sparen müssen. Dass jetzt auch nicht einmal eine wirkliche soziale Staffelung geplant ist, erhöht den finanziellen Druck auf kleine und mittlere Pensionen massiv. 

Kein voller Teuerungsschutz für kleine Pensionen bedenklich

Werden die Pensionen, wie von der Regierung heute vorgesehen, angepasst, ist der Kaufkraftverlust für etliche Pensionist:innen beträchtlich. Eine:r Pensionist:in mit durchschnittlicher Pension (1.949 Euro brutto im Monat) fehlen 95 Euro jährlich auf den vollen Teuerungsausgleich. Dieser Betrag fehlt auch bei jeder zukünftigen Pensionsanpassung. Eine Frau mit durchschnittlichem Pensionsbezug verliert brutto jährlich 74 Euro und. Bei einem Mann mit Durchschnittspension verursacht die Pensionserhöhung unter der Inflation einen Kaufkraftverlust von 124 Euro jährlich. Beziehenden von einer überdurchschnittlich hohen Pension mit 4.000 Euro monatlich fehlen künftig 196 Euro im Jahr. Ein:e Pensionist:in mit 1.350 Euro Pension, also wenige Euro über der Grenze der Ausgleichszulage, fällt um 66 Euro jährlich um.

Dass die soziale Staffelung bei der Ausgleichszulage anfängt und wieder aufhört, ist bedenklich. Pensionierte, die mit ihrem Pensionseinkommen wenige Euro über dem Schwellwert liegen, erleiden Kaufkraftverluste. Das geschieht noch dazu in einer finanziell angespannten Situation durch die aktuell wieder steigende Inflation, gerade bei den lebensnotwendigen Posten wie Wohnen, Essen oder Energie. 

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