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Pensionen: Soziale Staffelung bringt 5 von 6 Pensionierten Teuerungsausgleich

Miriam Frauenlob
13. Mai 2026
Pensionen: Soziale Staffelung bringt 5 von 6 Pensionierten Teuerungsausgleich

Die Bundesregierung will auch bei den Pensionierten einsparen.  Mit sozialer Staffelung erhalten fünf von sechs Pensionierten den vollen Teuerungsausgleich. Andersfalls – ohne Staffelung – verlieren Mindestpensionist:innen 92 Euro brutto im kommenden Jahr.

Die Bundesregierung plant im Pensionsbereich kommendes Jahr 280 Millionen einzusparen. Damit werden 2027 nicht alle Pensionen um die zuvor erfolgte Teuerung von 3,3 Prozent erhöht. In Diskussion ist eine Pensionserhöhung mit und eine ohne sozialer Staffelung. 

Szenario: Soziale Staffelung

Mit sozialer Staffelung werden die Pensionen unter 3.000 Euro um 3,3 Prozent erhöht (volle Inflationsanpassung). Pensionen über 3.000 Euro bekommen einen Festbetrag als Pensionserhöhung in Höhe von 99 Euro (brutto). Auf das ganze Jahr 2027 gerechnet steigt ihre Bruttopension um 1.386 Euro. Das würde circa 280 Mio. Euro Einsparung bringen. Fünf von sechs Pensionierten (82 Prozent) bekommen somit einen vollen Ausgleich für die Teuerung des vergangenen Jahres, während einer von sechs mit der Pensionsanpassung hinter der Inflation zurückbleibt.

Szenario: Ohne soziale Staffelung

Ohne soziale Staffelung wäre eine Pensionsanpassung von 2,8 Prozent für alle möglich. Das liegt um 0,5 Prozentpunkte unter der relevanten Teuerung von 3,3 Prozent. Damit bekommt kein:e Pensionist:in den vollen Inflationsausgleich. Eine Person mit 1.000 Euro Pension bleibt um 70 Euro hinter der Teuerung zurück, eine 5.000 Euro-Pension um 350 Euro. Allerdings fallen ohne soziale Staffelung die Pensionsverluste für Personen mit höherer Pension geringer aus.

Sowohl die Mindestpensionist:in, der durchschnittliche Pensionist und die durchschnittliche Pensionistin steigen im Szenario mit sozial gestaffelter Pensionserhöhung besser aus. Eine Mindestpensionist:in (Ausgleichszulage) erhält heuer 1.308 Euro Brutto-Pension im Monat, vierzehn Mal im Jahr. Mit sozialer Stafflung erhält sie den vollen Teuerungausgleich, und damit im kommenden Jahr 604 Euro mehr. Ohne Staffelung bekommt sie nur 513 Euro mehr. Somit steigt sie mit sozialer Staffelung um 91 Euro brutto im Jahr besser aus (netto: 72 Euro). Auch eine Frau mit Durchschnittspension steigt kommendes Jahr mit sozialer Staffelung um 106 Euro brutto besser aus, ein Mann mit Durchschnittspension um 177 Euro. Lediglich eine Person mit höherer Pension (beispielsweise brutto 4.000 Euro im Monat) verliert durch die soziale Staffelung kommendes Jahr 182 Euro aufs ganze Jahr gerechnet.

Um die Wirtschaft zu stützen, ist eine soziale Staffelung besser. Pensionierte mit 4.000 oder 5.000 Euro Bruttopension legen einen größeren Teil der Pension aufs Sparbuch. Das sichert keine Arbeitsplätze. Pensionistinnen mit durchschnittlich 1.527 Euro Pension hingegen brauchen jeden Euro für ihre Lebenshaltungskosten. Sie kurbeln die Wirtschaft daher stärker an, weil sie fast ihre ganze Pensionserhöhung ausgeben müssen.

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