Klima
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Flugabgabe: Fehlende Inflationsanpassung kostet Staat 2025 rund 90 Millionen Euro

Paul Steinmaßl
05. Juni 2026
Flugabgabe: Fehlende Inflationsanpassung kostet Staat 2025 rund 90 Millionen Euro

Flughafen und Fluglinien machen Druck auf die Bundesregierung, die Flugticket-Abgabe zu senken oder abzuschaffen. Ein klimapolitischer und budgetärer Rückschritt droht. Denn die Abgabe wurde seit ihrer Einführung nicht nur nicht an die Inflation angepasst, sondern zwischenzeitlich sogar gesenkt. Inflationsbereinigt ist sie damit pro Passagier:in deutlich weniger wert als bei der Einführung und auch die klimapolitische Lenkungswirkung wurde damit geschwächt.

Nach dem coronabedingten Einbruch bei den Flügen 2020 und 2021 nahm der Flugverkehr wieder kräftig an Fahrt auf. Inflationsangepasst (seit der Einführung) entspräche die Flugabgabe im Jahr 2025 Einnahmen von rund 266 Millionen Euro. Tatsächlich werden hingegen nur 179 Millionen Euro eingenommen. Seit der Einführung wurde die Abgabe nie an die Inflation angepasst.

Die fehlende Inflationsanpassung kostet den Staat im Jahr 2025 rund 90 Millionen Euro. Die tatsächlichen Einnahmen liegen damit rund 33 Prozent unter dem Niveau, das bei einer vollständigen Inflationsanpassung erreicht worden wäre.

Flughafen- und Fluglinienbetreiber vertreten die These, eine Senkung der Flugabgabe würde durch einen massiven Anstieg der Passagier:innenzahlen die staatlichen Einnahmen sogar erhöhen. Ein genauer Zahlencheck entlarvt dieses Argument jedoch als wirtschaftlichen Trugschluss. Die historische Analyse der Jahre 2017 bis 2018 beweist: Die Kürzung der Abgabe hat nicht zu mehr Einnahmen geführt, sondern zu einem deutlichen Einbruch der Steuereinnahmen. Das versprochene „Win-Win-Szenario“ für Staat und Wirtschaft ist ausgeblieben. Stattdessen wurde dem Staatshaushalt eine signifikante Einnahmequelle entzogen.

Inflationsbereinigte Flugabgabe pro Passagier:in im Sinkflug

Haben die Airlines pro abfliegende:r Passagier:in auf Flughäfen in Österreich 2012 noch im Schnitt 8,4 Euro pro Ticket abgeführt, sind es 2025 inflationsbereinigt nur noch 6,8 Euro – sprich um knapp ein Fünftel (19 Prozent) weniger.

Inflationsfeste Flugabgabe muss deutlich höher sein

Seit 2020 gelten neue Sätze für die Flugabgabe: 30 Euro für Flüge unter 350 Kilometer und 12 Euro für jene darüber. Wären diese Abgaben seit 2020 an die Inflation angepasst worden, müsste die Abgabe für Strecken unter 350 Kilometer 2025 bei 38,5 Euro liegen und jene für Strecken darüber bei 15,4 Euro.

„Schongebiet Flugbesteuerung“ reformieren

Neben der Ticketabgabe sieht das Momentum Institut weiteren Handlungsbedarf: Kerosin wird steuerlich geschont, auf internationale Flugtickets fällt keine Mehrwertsteuer an. Gerade in Zeiten der Klima- und Energiekrise müsse die Politik Emissionen und Energieverbrauch wirksam senken. Dazu gehöre, besonders klimaschädliche Mobilität angemessen zu besteuern, statt sie weiter zu subventionieren. Nimmt die Regierung Klimaschutz ernst, kann sie Flugverkehr nicht weiter wie ein steuerliches Schongebiet behandeln.

Steuern für Passagieraufkommen nicht entscheidend

Gegen die Forderung nach einer Senkung der österreichischen Flugabgabe spricht die aktuelle Datenlage: Eine umfassende Analyse von Transport & Environment widerlegt die verbreitete Annahme, dass Steuern und Gebühren maßgeblich das Passagieraufkommen beeinflussen. Die Studie zeigt, dass zwischen der Höhe der Abgaben und der Zahl der Reisenden nur eine schwache statistische Beziehung besteht; vielmehr werden die Passagierzahlen primär durch Fluglinienstrategien, Marktkonzentration und allgemeine Reiseverhaltenstrends bestimmt.

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