Fehlender Teuerungsausgleich: Familien und Arbeitslose verlieren stark an Kaufkraft


Mit 1. Jänner 2026 setzt die Bundesregierung die Inflationsanpassung zahlreicher Sozialleistungen für zwei Jahre aus. Betroffen sind Familienleistungen wie Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld und Kinderabsetzbetrag. Leistungen, die in den letzten zwei Jahrzehnten ohnehin an Kaufkraft verloren haben. Das Arbeitslosengeld und die Notstandshilfe wurden gar nicht erst in den jährlichen Anpassungsmechanismus aufgenommen.
Bei der Familienbeihilfe wird deutlich, was das für Empfänger:innen bedeutet. Diese wird real weniger wert, da für 2026 eine Inflationsrate von rund 2,5 Prozent erwartet wird. Eltern können somit von der Familienbeihilfe weniger für ihre Kinder kaufen.
Da die Sozialleistungen bis 2023 zwar in unregelmäßigen Abständen erhöht, aber nie jährlich an die Inflation angepasst wurden, ist in den vergangenen 20 Jahren ein enormer Wertverlust entstanden. Die monatliche Familienbeihilfe hat im Vergleich zum Jahr 2003 um 27 Prozent an Kaufkraft verloren.
Kaufkraftverlust bei Familien: Bis zu 18.000 Euro fehlen
Am Beispiel einer Familie mit zwei Kindern zeigt sich, welche Folgen die fehlende Indexierung hat. Die inflationsbedingte Lücke summiert sich bis 2026 auf fast 18.000 Euro – ein erheblicher Betrag für Familienbudgets. Auch die jährlichen Anpassungen seit 2023 konnten dies nicht umkehren, denn der Wertverlust der Jahre zuvor wurde damit nicht abgegolten. Bei einer erwarteten Inflation von 2,5 Prozent wird die Kaufkraft von Familien heuer weiter sinken.
Beim Arbeitslosengeld und der Notstandshilfe gab es generell noch nie eine Indexierung. Die ausbezahlten Beträge orientieren sich am Nettoeinkommen vor Verlust des Arbeitsplatzes. Wer seit einem Jahr arbeitslos ist, hat mit Ende 2025 8 Prozent an Kaufkraft verloren, bei 3-jähriger Arbeitslosigkeit beträgt der Wertverlust 15 Prozent und bei 5 Jahren Arbeitslosigkeit summiert sich der Verlust bereits auf 27 Prozent.
Besonders betroffen von der Aussetzung der Valorisierung sind also Langzeitarbeitslose – jene, die seit über einem Jahr auf Jobsuche sind. Rund die Hälfte von ihnen ist armutsgefährdet.