

Das neue Budget belastet Frauen stärker als Männer. Und zwar dort, wo es am meisten zählt, dem verfügbaren Einkommen.
Milliarden hier, Milliarden dort? Die Debatte über das Budget verliert sich oft in großen Zahlen. Am Ende ist aber vor allem eines von Bedeutung: Wie viel bleibt den Menschen hierzulande zum Leben? Männer tragen in den kommenden Jahren absolut etwas mehr zum Sparvolumen bei als Frauen. Doch Frauen haben im Schnitt deutlich weniger Einkommen. Gemessen an dem, was ihnen tatsächlich zur Verfügung steht, werden sie stärker belastet. Frauen verlieren 4,7 Prozent ihres jährlichen Gesamteinkommens, Männer 3,5 Prozent.
Viele Sparmaßnahmen schneiden dort ein, wo besonders oft Frauen sind. In den Jobs mit niedrigem Einkommen, in der Teilzeit, in den Familien, in denen jeder nicht an die Teuerung angepasste Euro sofort fehlt. Bei den höheren Arbeitslosenversicherungsbeiträgen für Geringbezahlte sind 7 von 10 der Betroffenen Frauen. Dazu kommen Pensionsanpassungen unter der Inflation, Kürzungen bei der Altersteilzeit und die weiter eingefrorenen Familienleistungen. All diese Einschnitte treffen Frauen besonders.
Auf der anderen Seite stehen Maßnahmen, die stärker Männer betreffen. Luxuspensionen, hohe Einkommen, die Kürzungen bei der Förderung des E-Autos, etwa. Großteils trifft das gut bezahlte Männer, Eigentümer und Unternehmen. So trifft die Erhöhung der Höchstbeitragsgrundlage 8 von 10 Männer. Die Kassierin an der Spar-Kassa in Teilzeit zahlt jetzt also mehr, der top bezahlte Manager ebenfalls. Im Budget schaut das auf den ersten Blick fair aus, im echten Leben liegen aber Welten zwischen ihrer finanziellen Belastbarkeit. Werden hohe Einkommen stärker herangezogen, dann kann das verkraftet werden. Wer aber niedrige Einkommen belastet, verschärft Ungleichheit. Dieses Budget mutet den Frauen dieses Landes zu viel zu.
Dieser Text erschien zunächst als Gastkommentar in der Kleinen Zeitung.